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Der Geschichtstheologische kontext der Erscheinung von Medjugorje

Date: 10. November 2005 , Originally published 10. November 2001
Author: Dr. fra Tomislav Pervan, OFM
Category: Theologie

Die Anfänge und der Geschichtliche Kontext

Jemand äußerte die Meinung: Das Problem des Sinnes der Geschichte bestehe ausgerechnet darin, ob der Mensch es vermag und ob er sich dessen bewußt ist und ob es ihm überhaupt gegeben ist, die Wahrheit von sich selbst zu entdecken, solange seine Geschichte noch andauert. Verrät die Geschichte, die so viele Zeichen der Zufälligkeit und soviel Irrationalität aufweist, allen zum Trotz doch eine gewisse Notwendigkeit, die dann eine Art Rechtfertigung von allem ist, was sich in der Geschichte ereignete? Ist es möglich, aus einer unmittelbaren Anschauung heraus Geschichte zu schreiben und die Zeit, in der wir leben, von einer gewissen Distanz aus zu durchschauen, sowie ihr eine Bedeutung zu schenken, bzw. aus ihr einen Sinn für die Zukunft herauszulesen?

Diese Frage kann man auch in Bezug auf Medjugorje stellen. Die Geschehnisse hier unter uns ereignen sich nun schon 14 Jahre. Das Phänomen selbst ist zu komplex, um es in all seinen Richtungen und Zusammenhängen durchschauen zu können. Und doch hat es seinen geschichtstheologischen 'Sitz im Leben' in der heutigen Welt und der Kirche. Medjugorje ist unauslöschbar in die religiöse Landkarte der Welt, vor allem der Katholischen Kirche, eingezeichnet. Über seine Bedeutung und Wichtigkeit, über das Bedürfnis nach ihm, gerade in dieser unserer Schicksalszeit, haben viele in den letzten 14 Jahren gesprochen und geschrieben. Apologet oder Verteidiger von Medjugorje zu sein, scheint überflüssig, denn es ist selbst stark genug, um sich zu verteidigen und alles Falsche abzuwehren, um so vor dem höchsten Gerichtshof der Kirche, der Theologie, der Geschichte und der Welt bestehen zu können. Man braucht nur unter die Oberfläche zu gelangen und dort genau hinzublicken, um sehen und durchschauen zu können, wie groß das tektonische Beben ist, das Medjugorje in unserer Kirche und in der Welt hervorgerufen hat.

Clemenceau, der französische Politiker und Agnostiker, sagte einmal, jeder Krieg sei eine zu bedeutende und wichtige Sache, um ihn allein den Generälen und Soldaten überlassen zu können. In gleicher Weise ist auch Medjugorje eine zu vielschichtige Wirklichkeit, um es nur den Kommissionen, der Meinung der Theologen und verschiedener Ausschüsse, zur Beurteilung überlassen zu können, von denen wir wissen, mit welchen Prämissen sie das Phänomen Medjugorje angegangen sind. Es ist unmöglich, das Problem Medjugorje und seine Lösungen müßigen Theologen und denjenigen zu überlassen, die sich in Wahrheit nie darum bemüht haben, die Bedeutung dieses Phänomens, die Reichweite dieses Ereignisses und das Wesen dieser Botschaft zu begreifen.

Medjugorje zu definieren ist schwer. Es ist vielschichtig und zieht zahlreiche Beurteilungen und Wertungen vieler Fachleute aus den verschiedensten Bereichen des Denkens und der Wissenschaft nach sich. Abgesehen davon, was jemand persönlich von Medjugorje hält oder (nicht) glaubt, so müssen wir doch zugeben, ob wir wollen oder nicht, daß es in den Gebieten des ehemaligen Jugoslawiens, ja sogar in Europa und in der ganzen Welt, die ausdrücklichste, originellste und ausgeprägteste religiöse Erscheinung der letzten zwei Jahrzehnte unseres Jahrhunderts und unseres Jahrtausends ist. Wenn es uns möglich wäre, mit einem riesigen Magnet alle Partikelchen auf dieser Erdkugel, die Medjugorje in den Seelen und Herzen von unzähligen Menschen ausgesät hat, zu sammeln, dann würden wir eine erstaunliche Auswirkung erkennen und von unglaublichen Ergebnissen erfahren. Wir wären auch selbst überrascht, in welchem Ausmaß es im Bewußtsein und im Leben der Gläubigen und der Ungläubigen anwesend ist. Und wie hat es angefangen?

Si licet exemplis in parvis grandibus uti, d. h. wenn es erlaubt ist, sich im Kleinen der großen Beispiele zu bedienen, bzw. si licet parvis componere magna , das Große mit dem Kleinen zu vergleichen, dann würde ich mit einem neutestamentlichem Vergleich anfangen: "Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?" So fragte Nathanael sich selbst und Philippus mit Verwunderung (Joh. 1,46). Nazareth, ein kleiner Provinzort, über den man im Dialekt nur Schlechtes sprach, was gleicherweise von Bijakovici bzw. von Medjugorje galt. Provinz, Dorf, Provinzleute, Bauern, unter sich zerstritten, und die Seher gleich wie sie, Nachfahren von Halbanalphabeten. Ohne Schule und Bildung wurden sie in einem Augenblick der eigenen Lebensgeschichte aus ihrer alltäglichen Laufbahn herausgerissen und fingen an, sich der Worte und Sprache zu bedienen, die einer anderen Welt angehören. Sie fingen an von jenseitigen und nicht von hiesigen Erscheinungen zu sprechen. Diese Kleinen und Unbekannten haben der Welt die Ohren mit Botschaften und Aussagen erfüllt, vor denen die damaligen Herrscher zitterten und alles Mögliche versuchten, die Neuigkeit im Keim zu ersticken. Bijakovici und Medjugorje können zwei zerstrittene Dörfer in einer hinterwäldlerischen Herzegowina sein, aber seit diesem Augenblick wurden sie in die Landkarte der Welt eingezeichnet. Es erfolgte eine Ausbreitung gleich jener in der Apostelgeschichte, "von Jerusalem über Judäa und Samaria bis zum Ende der Welt". Die gleichen konzentrischen Kreise sind auch im Phänomen von Bijakovici und Medjugorje erkennbar.

Heilsgeschichtliche Vergleiche

Bei fast jeder Gelegenheit und bei jeder Überlegung können uns die Geschichte und die Heilige Schrift Lehrer und Wegweiser sein. Sie bieten uns genügend illustrativen Stoff für unsere Überlegungen in konkreten Situationen, besonders im Kontext von Medjugorje und von der geschichtlichen Wende, bzw. vom Zusammenbruch des Kommunismus in diesen letzten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts bzw. Jahrtausends. Der Kommunismus stürzte in sich selbst zusammen, man mußte ihn weder mit Waffen noch mit Gewalt zerstören. Warum ist das so geschehen? Es gibt viele Gründe. Zunächst haben die Ideologen und Führer an ihre Ideen von der Erschaffung einer besseren Zukunft und eines glücklicheren Morgens auf den Prinzipien der Wirtschaft und des höheren Bruttonationalproduktes nicht mehr geglaubt. Sodann war es nicht mehr möglich, das Verbot der freien Meinungsäußerung und der persönlichen Entscheidung mit Polizeiterror durchzusetzen. An dieser Stelle würde ich den Zusammenbruch des Kommunismus mit dem von Jericho im Buch Josua vergleichen. Erinnern wir uns an den Einzug der Israeliten ins das Gelobte Land und an den Einsturz der Mauern von Jericho? Die Bibel deutet das mit dem direkten Eingreifen Gottes in die Geschichte des Auserwählten Volkes. Die Mauern stürzten nicht durch menschliche Kraft ein, sondern durch Gebet und Gesang, durch Prozessionen um die Mauern, bzw. Gott selbst, der die Geschichte formt und ihr die Richtung gibt, ließ die Mauern einstürzen. Das ist das Zeichen: Gott selbst übergibt das Land seinem Volk, das aus der Fremde, aus der Wüste kam, nach jahrzehntelangem Irren in den Einöden der Wüste. Die Mauern wurden nicht mit Militärgewalt eingestürzt, sondern durch gottesdienstlichen Gesang, durch die Prozessionen mit der Bundeslade um die Mauern. Triumphzug und Siegesfreude lag in einem Augenblick zusammen und das sollte dem ganzen Volk für alle Zukunft zum Zeichen werden, sich nicht auf sich selbst und die eigenen Kräfte zu verlassen, sondern ausschließlich auf den Herrn, der die Festungen der Menschen einstürzen läßt. Schon bald wurde dieses Zeichen durch den moralischen Verfall des Volkes und den Abfall von Gott verdunkelt, sowie durch Sünde und Versagen einzelner und allgemein. Das Leben wurde in der neuen Umgebung weiterhin durch verschiedene Eroberer und Gewaltherrscher bedroht. Aber der innere Zerfall im Volk gab den Angreifern die Möglichkeit, mit größerer Leichtigkeit das Land zu erobern und das Volk zu unterjochen. Erinnern wir uns daran, was mit Jericho und mit dem von Josua über es ausgesprochenen Fluch geschah: "In jener Zeit ließ Josua diesen Schwur vor Jahwe tun: Verflucht sei der Mann, der auftritt, um diese Stadt neu zu erbauen! Auf seinem Ältesten soll er die Fundamente legen und auf seinen Jüngsten die Tore errichten!"(Jos.6,26). Im 1.Buch der Könige(16,34) wird gesagt: "Zu seiner Zeit baute Hiel von Bethel Jericho wieder auf, um den Preis seines Erstgeborenen Abiram legte er die Fundamente und um den Preis seines Jüngsten, Segub, setzte er ihre Tore ein, gemäß dem Worte, das Jahwe durch Josua, den Sohn Nuns, gesprochen hatte".

Dieses Geflecht, durchwirkt von Erfüllung und Verantwortung (unter Androhung von Strafen), von klarem Auftrag und Gnadengaben, drängt sich uns unwillkürlich auf, wenn wir die politischen Prozesse, Gärungen und den Zusammenbruch des Kommunismus in unserer neuesten Geschichte beobachten. Vielleicht wird es den Augen und Ohren von manchen unpassend erscheinen, hier die Mauern von Jericho, die Trompeten und Prozessionen um die Mauern zu erwähnen. Schon längst glauben unsere Zeitgenossen nicht mehr daran, denn sie sind aufgeklärt oder sehen sich als solche an. Aber dennoch sind wir Zeugen eines ähnlichen Prozesses, der sich unter uns abspielt. Das, was durch die Wahl des polnischen Kardinals K. Wojtyla zum Papst geschah, sowie nach Medjugorje, der Zusammenbruch des Kommunismus 1989, wurde noch nicht genügend beleuchtet und es hat bis heute keinen würdigen und achtbaren theologischen und heilsgeschichtlichen Deuter gefunden. Dies vielleicht deswegen, weil uns nur 6 Jahre vom Einsturz des Kommunismus trennen, aber das ist zweifellos die entscheidendste und umstürzendste Wende in der Geschichte der Welt und Zivilisation. Der Papst ist ganz gewiß der Initiator dieses Prozesses des Zusammenbruchs des Kommunismus. Er riß als erster den sog. Eisernen Vorhang vor allem in seinem polnischen Volk nieder und setzte dann klare Zeichen für ein humaneres und freieres Leben. Das Jahr 1989 ist ein geschichtliches Datum, vor dem der Mensch nur auf die Knie fallen, staunen und frei verkünden kann: Gott spricht nicht nur, er ist auch am Werk. Man soll nach dem Wort Jesu "die Zeichen der Zeit" klar erkennen.

Hier wollen wir das Beispiel unseres heutigen Papstes, der einzigen zeitgenössischen moralischen Kraft in der ganzen Menschheit, anführen. Er ist der Hirte der ganzen Menschheit, er bietet seine Führung an, weil er sich seiner Sendung, die er von Christus hat und der Kraft des Heiligen Geistes, die hinter ihm steht, bewußt ist. Er ist ausdrücklich ein marianischer Papst, weil er nach seiner Wahl sagte: "Ich hatte Angst, diese Wahl anzunehmen, aber ich habe sie im Geiste des Gehorsams gegen unseren Herrn Jesus Christus und mit vollem Vertrauen zu unserer heiligsten "Herrin" angenommen... Und so stehe ich heute vor euch allen, unseren gemeinsamen Glauben bekennend, unsere Hoffnung und unser Vertrauen zur Mutter Christi und zur Mutter der Kirche". Wenn man eines Tages die Geschichte Europas und der modernen Welt schreiben wird, die Geschichte des Weltkommunismus und seines Falles, seines Zusammenbruches und seines Einsturzes in sich selbst, wird der heutige Papst ganz gewiß seinen einmaligen, ehrwürdigen und historischen Platz erhalten. Wem haben sich nicht all jene Bilder tief in die Erinnerung eingeprägt, an denen Selbstvertrauen, Selbstbewußtsein, Entschlossenheit und Überlegenheit des Papstes gegenüber den zeitgenössischen, besonders den kommunistischen Führern und "Größen" klar erkannt wird. Wenn irgendein Bild den Zusammenbruch des Kommunismus und des marxistischen Idols und die Gebrechlichkeit des gesamten Systems besonders deutlich kennzeichnet, dann ist es ein Bild, das verbunden mit dem heutigen Papst während seines Besuches in seiner Heimat in Polen, nach seiner Wahl zum Nachfolger des hl. Petrus, um die Welt ging: In Polen war schon die Militärdiktatur an der Macht, auf der Bühne erschienen vor Millionen von Menschen der Papst, Karol Wojtyla, Johannes Paul II. und der Anführer der Militärjunta, General Jaruzelsky. Der eine hat die ganze Militärmacht mit irdischer Kraft hinter sich, die Waffengewalt, den Terror, die Unfreiheit, das Vergeltungssystem, den gottlosen Kommunismus, aber das Volk hat er nicht hinter sich! Der andere, neben ihm auf der Bühne, der Papst, in seiner Person eher schwächlich, hat hinter sich Jesus Christus, die Ewigkeit, das Wort Gottes und Seine Verheissung. Seine Macht, Kraft und Waffen sind das Wort Gottes! Der mächtige General, dessen Macht auf tönernen Beinen steht, gegenüber dem Papst, der mit der Macht des Wortes, mit der Überzeugungskraft, die der Heilige Geist selber gibt, spricht. Er spricht ohne zu zittern, als aber der General das Papier in die Hand nimmt, zittern ihm die Hände, seine Worte verlieren sich oder bleiben im Hals stecken, er hat Angst! Auf die Worte des Papstes hin zittern seine Hände, er schwitzt den kalten Schweiß der Angst! Einst fragte der Diktator Stalin, in Wirklichkeit spottete er: "Wieviele Divisionen dieser Papst in Rom habe?" Jaruzelsky wagte nicht zu fragen, wieviele Divisionen dieser Papst habe, geschweige denn noch ein Wort hinzuzufügen, weil er sich der Macht dieses Mannes in seinem Volk bewußt war. Er wußte ferner, daß die ganze Welt ihn unterstützte und das ganze Polen. Er wußte zu gut, was für Probleme eine Militärdiktatur mit sich bringt und hatte deshalb Grund genug, sich zu fürchten. Seine Furcht wurde dann auch schon bald durch die Weltgeschichte bestätigt, die in ihrer Politik sich von der kommunistischen Gesellschaftsstruktur abwandte und sich der Demokratie zuwandte. Im Papst ist die ganze ursprüngliche Kraft christlichen Glaubens gegenwärtig, der Glaube, der einfach und begreiflich verkündet wird und aus dem Zeugnis der gelebten Liebe lebendig ist, nach der sich unsere moderne Welt heute sehnt!

Durch die Wahl des jetzigen Papstes, durch die Erscheinungen und Ereignisse von Medjugorje und letztlich durch den Fall des Kommunismus, wurde ganz gewiß der tiefste Einschnitt in die europäische Geschichte vollzogen. Nicht nur im Hinblick auf das kroatische Volk und die vom Kommunismus unterjochten Völker, sondern auch durch das Ende des Kalten Krieges im Ost- West-Konflikt. Noch mehr dürfen wir von der Tatsache überrascht sein, daß dieser Prozeß und dieses wirklich revolutionäre Ereignis ohne einen ausdrücklichen Protagonisten, ohne eine ausdrückliche geschichtliche Persönlichkeit, ohne ein klares Programm und was noch mehr verwundert und in der Geschichte der Menschheit noch nie vorgekommen ist, ohne Blutbad abgelaufen ist, wenn man von dem genozidgleichen Krieg, der im Bereich des ehemaligen Jugoslawien geführt wird, absieht. Ein Historiker bleibt vor diesen Tatsachen sprachlos und betroffen stehen und er ist nicht imstande, ausreichende Ursachen und Gründe dafür anzugeben. Entweder muß er auf einen Ursachenzusammenhang verzichten oder er wird zugeben und sich mit dem Gedanken befreunden, daß ausgerechnet wir, in diesem geschichtlichen Augenblick, einem direkten Eingriff Gottes selbst in die menschliche Geschichte begegnen. Es ist schmerzlich zu sehen, daß wir im Laufe der Zeit keine Sensibilität für diese Tatsache entwickelt haben, vor allem aber, daß wir dafür dem Herrn nicht dankbar sind. In unserem Bewußtsein ist es nicht im entferntesten gegenwärtig und wir haben die Tiefe und wahre Bedeutung dieser Ereignisse noch nicht begriffen. Wenn Gott am Werk ist, dann haben wir keine größere Verpflichtung, als uns sowohl menschlich als auch christlich diesem Ereignis gegenüber gerecht und rechtmäßig zu verhalten, mit Würde und Dankbarkeit. Wenn es ein geschichtliches Wunder gibt, dann ist das, was sich hier abspielte, ein wahres und wahrhaftig großartiges Wunder unserer Zeit.

Denn in unserem Verständnis von Wundern sind wir gewohnt, sie nur dort zu sehen, wo der einzelne an seinem Leib, ohne Arzt und Arzneimittel, Heilung erfährt. Die Wunder sind aber nicht nur auf Einzelschicksale beschränkt. Wunder gibt es auch in der Geschichte. Hier müßten wir einiges von den Juden und aus dem Judentum lernen. Die Juden haben nämlich ihre ganze Geschichte als den aktuellen Dialog mit ihrem Gott verstanden, als Wunder im Entstehen, im Bestand und im Sein. Deshalb ist die Zerstörung der Berliner Mauer und aller anderen Mauern in der Welt auch ein Wunder. Ideologische Mauern, die nicht nur Europa, sondern auch die ganze Welt geteilt haben, gibt es in damaliger Form nicht mehr. Diese Mauern wurden nicht durch Waffengewalt oder andere Gewaltakte abgebrochen, sondern durch beständiges Gebet und durch "Kerzenrevolution", durch den Einbruch des Geistes und der geistigen Kraft in diese Welt, durch soviele Prozessionen und Umzüge für die Freiheit, die sich als stärker erwiesen als Betonmauern und Stacheldraht. Der Geist und seine "Trompeten" zeigten ihre Macht und Kraft. Der Hilferuf des menschlichen Geistes nach Freiheit wurde erhört und zeigte sich dadurch stärker als die Mauern und Gefängnisse in und hinter denen, der menschliche Geist eingekerkert dahinsiechte. Obwohl es uns nicht erlaubt ist, Gott billig ins Spiel zu bringen, bleibt uns doch die Möglichkeit bei unseren Überlegungen, eine solche Option für realistisch und handgreiflich anzunehmen, denn der Glaube an Gott war die Intonierung der Bewegungen des Geistes für die "neuen Trompeten" der neuen Freiheit von "Jericho".

Die verschlossenen und verriegelten Tore öffneten sich, die Trennwände wurden zerstört. Es kam der Hauch der Freiheit: Das alles sind tröstliche und ermutigende Prozesse, die sich in der neuesten Geschichte zeigten, deren tätiger Mitträger auch Medjugorje ist, ein wahrer Zeitgenosse und Initiator. Diese Prozesse dürfen wir nicht außer acht lassen, sie bleiben für uns Wegweiser und Grund der Hoffnung. Aber wir dürfen auch davon nicht absehen, was in der Geschichte nach der Zerstörung der Mauern von Jericho erfolgte. Schon bald verwandelten sich Freude und Begeisterung über die eroberte Stadt in einen traurigen Alltag und es verschwand der Enthusiasmus in den alltäglichen Sorgen und Mühen. Für die Erhaltung des Volkes reicht der Besitz von Staat und Land nicht aus. Gottvergessenheit und soziale Ungerechtigkeit, allgemeiner Egoismus und ein egoistisches Verständnis der Freiheit trieben das ganze Volk in einen geistigen und moralischen Verfall, an dessen Ende erneut der Sklavendienst an den Fremden und Feinden des Volkes stand. Dieser innere und ethnische Zerfall des Volkes führte zum erneuten Verlust der Freiheit, wovon im Buch der Richter auf jeder Seite die Rede ist. Die Freiheit, so auch diese in der postkommunistischen Zeit, ist immer sehr anspruchsvoll. Der Mensch bekommt sie nicht auf dem Tablett serviert und sie verschwindet ausgerechnet in dem Augenblick, in dem sie unbegrenzt sein möchte, mit anderen Worten: Der Zerfall des Marxismus und Kommunismus gebiert nicht an sich und schafft nicht automatisch den freien Menschen oder Staat, auch nicht eine gesunde Gesellschaft oder Person. Erinnern wir uns an das Bild aus dem Munde Jesu: Anstatt eines ausgetriebenen Teufels wird der unreine Geist sieben schlimmere Dämonen als er selbst mitbringen und in das gereinigte aber leere Haus zurückkehren(vgl.Mt.12,43-45). Dieses Bild Jesu erneuert und bewahrheitet sich dauerhaft durch die ganze Geschichte. Wer sich vom Joch des Marxismus befreit hat, hat nicht automatisch den neuen Lebensstil gefunden und sein Leben auf neue Fundamente gestellt. Der Verlust der Ideologie, die dem ganzen Leben den Ton angegeben und es einigermaßen getragen hatte, kann sich leicht in Egoismus und Nihilismus verwandeln, so wäre es der Rückkehr der sieben bösen und schlimmeren Geistern gleich. Und wer kann es verneinen, daß der Relativismus, der überall herrscht, und der Indifferentismus, dem wir ausgesetzt sind, den Weg in den Nihilismus bahnt, ins Verneinen von allem Positiven und wahren Menschlichem?

Deswegen stellt sich uns die entscheidende Frage: Mit welchen geistigen Inhalten sind wir imstande, die geistige und seelische Leere zu füllen, die nach dem Zusammenbruch des Marxismus, bzw. des verderblichen und schrecklichen marxistischen Experimentes in den Seelen und auf der geistigen Ebene entstanden ist? Auf welchen geistigen Fundamenten sind wir fähig, an einer neuen Zukunft zu bauen, die imstande ist, Ost und West, aber auch Nord und Süd dieses Planeten in Einheit zu verbinden? Während wir uns um die Diagnose unserer gegenwärtigen Situation bemühen und während wir für künftige Entwicklungen, Aufgaben und Möglichkeiten manche Prognosen erstellen, muß dies in Weltmaßstäben geschehen, weil heute das Schicksal eines Volkes von der Gesamtheit der Ereignisse der anderen Völker abhängig ist und Entscheidungen auf höchster Ebene sich auf der untersten Ebene auswirken und umgekehrt. Während wir über Persönliches sprechen, müssen wir an das Globale denken und umgekehrt. Während wir über Globales sprechen, müssen wir an das Schicksal einzelner denken.

Eine Diagnose der Gegenwart

Das Merkmal und Kennzeichen unseres Jahrhunderts könnte man in einigen Punkten wie folgt zusammenfassen: Der Glaube an den absoluten Fortschritt, die Verabsolutierung der wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten und der Zivilisation, sowie der politische Messianismus, verkörpert im Nazismus und dann im Marxismus. Gott wird nicht erwähnt, Gott ist durch irdische Ziele ersetzt, so daß dieses systematische Ausschließen Gottes aus der Gestaltung der Geschichte und des menschlichen Lebens das Novum und das wirklich gefährliche Element ist, das dieses unser Europa und diese Epoche hervorgebracht haben. Durch die Vertreibung Gottes aus dem Bewußtsein in der modernen Literatur, in der Kunst, in Film und Theater, überwiegt hier das trübsinnige und obskure Bild des Menschen. Alles, was einst großartig und von Bedeutung war, wird heute in Frage gestellt und von den Podesten der Verehrung herunter geholt und bloßgestellt. Die Moral ist zur Heuchelei geworden, das Glück zur Selbsttäuschung. Es ist unmöglich, Anhänger des Schönen und Guten zu sein, die einzig richtige Einstellung ist der Zweifel, die Skepsis. Wer andere bloßstellt oder entlarvt, wird zum Helden des Tages, er wird in der Öffentlichkeit und in den Medien den größten Erfolg ernten. Die Kritik der Gesellschaft, der Politik und des Einzelnen ist zum höchsten Gesetz der Medien geworden. In einer solchen geistigen Atmosphäre gibt es kaum Platz für die wahren Werte, für den Glauben, für den Optimismus und eine lohnende Zukunft.

In der Welt ist heute noch dazu eine gewisse Schizophrenie lebendig: Einerseits sieht man die Irrtümer ein, andrerseits aber ist es unmöglich, auf den überhöhten Lebensstil und Wohlstand zu verzichten, zumindest nicht im Westen. Diese Gespaltenheit wird an zwei Fakten der neueren Geschichte sichtbar, nämlich an der Atomkatastrophe von Tschernobyl und an der Ausbreitung des AIDS-Virus. Die Katastrophe von Tschernobyl zeigt klar, wie groß die Gefahr seitens der Atomenergie ist, deshalb werden die Atom-Strom-Gegner täglich mehr. Andrerseits gab es, als das AIDS-Virus entdeckt wurde, ebenfalls solche Alarmzeichen und es ist zweifellos richtig, daß weit mehr Menschen am AIDS-Virus, als an der Katastrophe von Tschernobyl erkranken und sterben werden. Aber ist es möglich, wegen der notwendigen Disziplin und Selbstkontrolle im sexuellen Verhalten unserer Zeitgenossen, in der Öffentlichkeit die Stimme zu erheben? Gerade die Zügellosigkeit, die Unmoral und die Ausschweifung sind die Hauptursachen für die Ausbreitung des AIDS-Virus, dieser wirklichen Pest des ausgehenden Jahrhunderts. Aber was geschieht? Wer im Namen der christlichen Moral, der Bergpredigt Christi, Enthaltsamkeit und Disziplin im sexuellen Verhalten vertritt, der wird im voraus als finsterer Moralprediger und Pharisäer abgeschrieben, er ist zum Schweigen verurteilt, mag er auch der Papst selber sein. Denn das ist in den Augen unserer Zeitgenossen eine unerlaubte Kritik an der persönlichen Freiheit des Einzelnen und seines Verhaltens. Also, eine klare Schizophrenie des Denkens und Handelns.

Hinzu kommt der wachsende methodische Zweifel an der Wissenschaft. Es verschwindet der Glaube an Wissenschaft, Fortschritt und Technik. Es melden sich Skepsis und Widerwillen, Aversion und Resignation. Aber können diese Merkmale tragfähige Fundamente für eine positive Zukunft sein, in der man etwas Gesundes, Kluges und Wertvolles aufbauen müßte? Ressentiment und Skepsis sind weder imstande, gesunde Grundlagen für das Leben zu bieten und neue Ideen zu entwickeln, noch können sie durch reine Negation oder Halbherzigkeit besiegt werden. Zur Überwindung einer solchen negativen Grundhaltung des Lebens bedarf es einer größeren und positiven Idee, der der Mensch ganzheitlich zustimmen kann und die seinem Leben einen positiven Sinn gibt. Aber der Glaube ist in den Bereich des Privaten abgeschoben und damit sind die Grundlagen zerstört, auf denen Europa und seine Kultur einst aufgebaut wurden. Alle moralischen Kodices und Traditionen, die in das europäische Wesen und in die europäische Gesellschaft eingeflochten waren, sind heute ausgeschlossen. Einerseits ist also der Glaube zur Privatsache geworden und damit verschwinden und erlöschen die ethischen Grundüberzeugungen, während sich gleichzeitig auf allen Seiten der Okkultismus, die Magie und Spiritismus ausbreiten. Alle möglichen Formen des Aberglaubens nehmen immer mehr Einfluß auf die gesellschaftlichen Bereiche des Lebens. Deshalb ist dies alles nur ein Beweis mehr, daß im gespaltenen, gefallenen und verirrten Menschen die Spur des unsterblichen Gottes unauslöschbar und unausmerzbar gegewärtig ist.

Wir sind mit einer massiven Säkularisierung des Menschen und der Welt konfrontiert, mit dem Auszug der Menschen aus der Kirche, besonders der Frauen. Unsere Kirchen bleiben leer, die östlichen Formen der Meditation finden immer mehr Anhänger, die Jugend ist auf der Suche nach etwas, daß sie innerlich und äußerlich erfüllen und was ihrem Leben und ihrer Existenz einen Sinn geben kann. Trotz aller gegenteiligen Anzeichen, gibt es Signale für die Erneuerung des Glaubens in den Seelen, besonders unter den Jugendlichen. Solche Jugendbewegungen sind in der Kirche auf der ganzen Welt anzutreffen. Sie tragen in sich die ungeheure Kraft des erneuerten Glaubens und besitzen die überzeugende moralische und sittliche Ernsthaftigkeit und Bereitschaft, das eigene Leben für die Ideale des Evangeliums einzusetzen. Dies ist sichtbar in und um Medjugorje herum. Solche Bewegungen können der fruchtbare Sauerteig sein, der die menschlichen Werte, die unseren Lebensraum und Zivilisation geprägt haben, neue Lebenskraft und Glaubwürdigkeit schenken . Uns darf aber die Tatsache, daß immer mehr junge Menschen die Kirche verlassen, nicht überraschen. Im Menschen existiert, wie wir schon sagten, die Erwartung des unmittelbaren und bedingungslosen Heiles. Die Menschen haben das Gefühl der Nichterlösung und Entfremdung, sowie ein Bedürfnis nach Sinn und Erfüllung in etwas Höherem, deshalb finden wir, besonders unter den Jugendlichen, moderne Formen des Gnostizismus und der Esoterik. Wir begegnen vielfachen Formen religiöser Surrogate, oft mit ungewöhnlichen Mischformen des Rationalen und Irrationalen. Okkultismus und Magie haben immer Anziehungskraft, dann auch parapsychologische und astralmythologische Tendenzen kabbalistischer und anderer Provenienz. Dabei handelt es sich immer um jene Art von Religion, die das menschliche Herz, den Glauben und das Vertrauen nicht fordert, sondern versucht, mit Hilfe irgendwelcher Riten und psychologischen Effekte in die tieferen Bereiche menschlichen Seins einzudringen. Außerdem gibt es Versuche, das Gefühl der Loslösung, des Risikos und der Befreiung zu erreichen, das Erwarten der Hilfe von verborgenen und geheimen Kräften, die gegen das, was uns als Menschen bedroht, Kraft geben. Die Menschen wollen die Technik der Erlösung oder Selbsterlösung beherrschen und deshalb greifen sie nach außereuropäischen und archaischen religiösen Riten, den druidischen, keltischen, schamanischen, indianischen oder ähnlichen. Da das moderne geistige Leben vom Apersonalismus erfaßt und geprägt ist, so entspricht diesem apersonalen Denken auch der unpersönliche Gott, der apersonale Glaube und eine solche Frömmigkeit, wie sie z.B. in den asiatischen Religionen zu finden ist. Heute kann man unter den Christen einen solchen Trend beobachten: Verflüchtigung der persönlichen Frömmigkeit auf Kosten der persönlichen Orientierung. Es wird die kosmische Frömmigkeit gefeiert, das Eintauchen in Gottheiten oder die Gottheit, so daß man mit Recht über ( asiatische) Gottheit(en) einerseits und über den (persönlichen) christlichen Gott andrerseits sprechen muß. Aus der Nivellierung dieses Gegensatzes kommt sonst die Frömmigkeit als etwas wie Eintauchen, Verflüchtigung, Entlastung, Befreiung von der Last des Seins bzw. Daseins hervor und die Rückkehr zu den Sternen, sowie der Glaube an die Horoskope und an die Astrologie wird dadurch begünstigt.

Wenn etwas unsere moderne Zeit und Welt schwer belastet hat, dann ist es die Droge. Seit es den Menschen gibt, hat er auf diese oder jene Art Drogen genommen und versucht, den Zustand der Ek-stase, des Außer-Sich-Seins zu erreichen, aber noch nie im heutigen Ausmaß. Warum besteht eine so große Sehnsucht nach der Droge? Das stammt aus den inneren menschlichen Bedürfnissen und Mängeln, aus seiner Seelenleere. Die Drogensucht ist nur der Ausdruck des Seelenschreies nach Glück, nach wahrem Lebenssinn und nach Lebensantwort. Mit Hilfe der Droge will sich der Mensch aus dem Kerker des Körpers befreien. Somit ist die Droge nur ein Protest gegen den bestehenden Zustand und gegen die Tatsachen, die uns umgeben, in denen wir leben. Derjenige, der Drogen nimmt, findet sich mit der bestehenden Welt nicht ab, er sucht eine bessere und beglückendere. Die Droge ist die Frucht der Enttäuschung von der Welt und außerdem die Frucht des Strebens nach Abenteuer und Nonkonformismus. Sie ist der Protest gegen die Welt als Gefängnis des Menschen und der Schrei nach einer neuen Wirklichkeit Die große Reise in die kosmischen Räume, die der Genuß der Droge anbietet, ist nur eine Form der falschen, der Pseudomystik, der entstellten menschlichen Sehnsucht nach Ewigkeit, Unendlichkeit und Leben. Es ist der Versuch des Austritts aus dem eigenen Sein und aus der eigenen Haut, aus dem eigenen Gefängnis, mit Hilfe der Chemie. Die Droge ist der sichtbare äußere Versuch der Antizipation der Welt der Zukunft und des Himmels, schon hier auf der Erde. Das ist logisch, denn keiner der modernen Erbauer der Menschheit und der Zukunft ist der Überzeugung, daß er dieses endgültige Glück selbst erleben wird, so unternehmen sie die abenteuerlichsten und halsbrecherischsten Schritte mit der Droge. Das ist ein völlig falscher Weg, denn wir wissen, wie die Mystiker zu ihren Erfahrungen kamen: Auf dem Weg des Verzichts, der Demut, der Aszese, der kleinen Schritte des Aufstiegs zum Berg Karmel oder ins Schloß der Seele oder in die Tiefe des eigenen Herzens. Diesen Weg möchte man mit dem magischen Schlüssel der Droge überspringen, indem man Moral und Ethik mit Technik und Chemie ersetzt. Die Droge ist die Pseudomystik der Welt, die unfähig macht, zu glauben und die den Menschen in eine Pseudoreligion versinken läßt, aber seiner Seele keinerlei Halt und Trost bietet, für ihre Sehnsucht nach der Rückkehr ins Paradies, die durch nichts zu unterdrücken ist. Deshalb ist die moderne Drogenszene das Alarmsignal, das die ganze Leere unserer Gesellschaft entlarvt, sie ist der Schrei des Menschen in der Wüste dieses Lebens nach Selbstverwirklichung, die ihm schon durch die Schöpfung nach dem Ab- und Ebenbild Gottes selbst in der Seele und im Herzen immanent ist.

Auf gleiche oder auch in vielem auf ähnliche Weise ist es möglich, die moderne terroristische Szene und die revolutionären Bewegungen zu deuten. Der Ekel gegen das Bestehende und das Streben nach Umsturz sind nur der äußere Ausdruck des inneren Bedürfnisses nach Veränderung der Zustände, des Bestehenden. Aber alles ruht auf der falschen Prämisse: Mit Hilfe des Bedingten sucht man das Unbedingte, mit Hilfe des Endlichen das Unendliche, mit Hilfe des Irdischen das Ewige und Himmlische. Der innere Widerspruch der bestehenden Szene zeigt die ganze Tragik des Phänomens, dem wir begegnen, wobei der großartige Ruf des Menschen, zum Mittel der schrecklichen Lüge und des Irrtums wird. Denn das letzte und endgültige Ziel des Menschen ist nicht das Paradies auf dieser Erde, die nicht zu verwirklichende Utopie, sondern das Reich Gottes als Vorgeschmack der Ewigkeit, das Evangelium als Norm des Lebens und der Wirklichkeit. Obwohl inzwischen der politische Messianismus und der zelotische Terrorismus, der versuchte, die Aktualisierung sogar des Evangeliums und der revolutionären Forderungen Jesu zu sein, abflaut, obwohl es nicht möglich ist, in den Worten Jesu irgendeine Form der Gewalt zu finden, sind in der modernen Psyche tiefe Wunden geblieben. Die Steigerung des Drogenkonsums ist nur ein Zeichen der seelischen Leere, die nach Verlust ideologischer Versprechungen und Täuschungen nichts übrig läßt. Die Film-, Fernseh- und Medienszene ist voller Gewalt und Haß. Die Regisseure bemühen sich mit allen Kräften, die Welt des Verbrechens zu zeigen, in der nur das Gesetz des Stärkeren herrscht, also der biologische und soziologische Darwinismus.

Die Antwort aus dem Glauben

Das Leben ist kein Spiel, in ihm herrscht das Gesetz des Stärkeren, es ist erfüllt mit Leid und Liebe, mit Sünde und Gnade, mit teuflischer Verführung und Versuchung, aber auch mit Ablehnung der Versuchung und mit Sieg über den Verführer. In Medjugorje begegnen wir der ausdrücklichen Berufung zur Umkehr, zum Gott des Lebens, der Berufung zum persönlichen Gebet als Antwort menschlicher Freiheit auf die göttliche Freiheit zur Begegnung zweier Liebender. Medjugorje ist die ausdrückliche Bejahung der Persönlichkeit, der Individualität, gegenüber dem Verschmelzen in irgendeine Einheit oder ins kosmisch Eine, wie es sich z.B "New Age" wünscht. So sehr einzelne auch behaupten, daß der Glaube an Gott verschwinde, wir sind Zeugen, daß der Glaube nicht verloren geht, daß die Religion nicht ausstirbt und nicht verschwindet, sondern sich vielleicht in neue und andere äußere Formen kleidet, aber der Wesenskern des christlichen Glaubens bleibt unverändert. Im Christentum haben wir eine vollkommene Synthese Des Verstandes, des Willens und der Gefühle, die im Leben zu verwirklichen, gar nicht einfach ist. Sie ist allzu subtil und in Gefahr, sich in jedem Augenblick in diese oder jene Richtung zu verändern und dabei immer in innerer Spannung. Aber die gleiche Spannung finden wir auch außerhalb des Christentums. Fast alle Weltreligionen sind sich dessen bewußt, daß es nur einen Gott gibt und dem Polytheismus ist es klar, daß Götter keine plurale Form des einen Gott sind, weil es keinen Gott im Plural gibt. Gott ist ein einziger. Götter sind, mögen wir sie mit dem gleichen Namen nennen wie wir es mit Gott tun, immer Kräfte auf niederer Stufe. Aber in den Religionen geht dieser eine Gott meistens verloren, er verschwindet aus dem praktischen Leben und an seine Stelle treten dann Gottheiten, Götter bzw. Dämonen. Dieser eine Gott ist aber nicht gefährlich, er ist die Güte und Liebe selbst, er tut niemanden etwas Böses, so daß sich das ganze Ritual und der Gottesdienst nicht auf Gott bezieht, sondern auf Gottheiten und Kräfte, die unser Leben umgeben und mit denen sich der Mensch arrangieren muß. Das ist der chronische Abfall von Gott in der Geschichte der Religionen, und er ist auch heute in unserem postchristlichen Europa gegenwärtig und deshalb sind wir heute vom Neuheidentum bedroht. Der Mensch, der Gott als das eine und einzige Gut ausschließt und als denjenigen ansieht, der von ihm weit entfernt ist, wendet sich zu den kleinen und winzigen Kräften, zu den nahen, die uns umgeben und damit erniedrigt er sich selbst und schafft sich, wie es der Atheist Freud ausdrückte, Prothesen-Götter. Das ist dann die Umgestaltung des Christentums, der christlichen Synthese, das ist die Veränderung Gottes selbst, die zur Desintegration und Umgestaltung des Menschen führt. Demgegenüber äußerte sich der hl. Paulus deutlich und klar: "Wir leben zwar in dieser Welt, kämpfen aber nicht mit den Waffen dieser Welt. Die Waffen, die wir bei unserem Feldzug einsetzen, sind nicht irdisch, aber sie haben durch Gott die Macht, Festungen zu schleifen; mit ihnen reißen wir alle hohen Gedankengebäude nieder, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen. Wir nehmen alles Denken gefangen, so daß es Christus gehorcht." (2Kor.10,3-5)

Bei der Suche nach einer Antwort und nach einer echten 'Medizin', müssen wir zuerst bei uns selbst beginnen: Über welche Kräfte verfügen wir und mit welchen Kräften können wir in diesem Augenblick rechnen? Welchen Aufgaben stehen wir gegenüber und welche Gefahren lauern uns auf? Zuerst müssen wir allen Nationalismus und alle ideologischen Vorbehalte überwinden! Der Kommunismus hat eine geistige Wüste in den Seelen der Menschen hinterlassen und den wirtschaftlichen Zerfall hervorgerufen. Eine allzu schwere Last wurde vererbt, dazu kam dann hier bei uns noch der Krieg. Der gemeinsame und entschlossene Wille aller ist notwendig, um den bestehenden Zustand zu überwinden um in eine neue Zukunft gehen zu können.

Zuerst müssen wir nach gemeinsamen Fundamenten Ausschau halten. Welches ist das gemeinsame Fundament von uns allen, die gemeinsame Grundlage? Ich würde sagen: Die Zugehörigkeit zum westlichen Kulturkreis, der auf dem Fundament der christlichen Wertvorstellung gegründet ist und Jahrhunderte lang dem Abendland sein positives Gepräge gegeben hat. Heute ruft jeder nach dem Rechtsstaat und nach der Freiheit. Freiheit und Recht sind keine konträren Begriffe, sondern Freiheit und Recht bedingen einander gegenseitig. Der Gesetzgeber kann nicht willkürlich etwas zum Recht erklären. Recht und Gesetz sind nicht aus Statistiken ableitbar oder hervorzubringen. Es muß das Bewußtsein der Menschen auf die Verantwortung vor Gott, vor der Würde des Menschen und vor der Geschichte, gelenkt werden. Alles muß auf Fundamenten ruhen, die der Gesetzgeber nicht vorschreiben kann, sondern er muß sie voraussetzen können. Diese Voraussetzungen sind heute durch eine völlige Liberalisierung und den daraus resultierenden moralischen Verfall der westlichen Zivilisation in der Gesellschaft ziemlich untergraben. Deshalb ist es nötig, zuerst den Blick zurück zu werfen und die Zeit vor uns zu analysieren, dann schauen wir in unsere Zeit, um aus dieser Analyse einen Ausblick auf Morgen, für die Zukunft, zu erhalten.

In den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts spürte man, daß eine große Wende in der Luft lag. Einerseits hatten wir am Ende dieser Jahre Studentenunruhen, die man nicht gesondert von der Kirche betrachten kann. Sie stellten den mit Mühe erreichten Fortschritt auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet in Frage. So drohte alles, in Chaos und Anarchie zu stürzen. Die Krise der Autorität erschütterte die Fundamente des gesellschaftlichen Lebens. Diese Unruhen kamen aus nachkonzilären Umwälzungen in der Kirche, aber auch aus der revolutionären amerikanischen protestantischen Theologie. Auf den Barrikaden in Paris wurde die Eucharistie als Verbrüderung der Kämpfer für anarchistische Freiheit gefeiert und als Zeichen der Hoffnung des politischen Messianismus in der Welt verstanden, der durch Gewalt und Terror geboren wurde. Das zeigt klar, daß in die Fundamente dieser revolutionären Bewegung eine religiöse, bzw. eine pseudoreligiöse Wurzel reicht. Diese theologische Implikation werden wir auch im italienischen und deutschen Terrorismus der siebziger Jahre wiederfinden. Es ist unmöglich den italienischen Terrorismus zu verstehen, ohne die Krise und die Veränderungen im nachkonzilären italienischen Katholizismus.

Werfen wir einen kurzen Blick zurück in diese Jahre: Papst Johannes XXIII. kündigte am Ende der fünfziger Jahre, wir würden fast sagen, einen utopischen Plan an, die Einberufung eines ökumenischen Konzils. Das Konzil ist durch seine Eröffnung und durch seinen Verlauf zum zentralen Ereignis der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts geworden. Es wurde bewußt pastoral aufgefaßt, als eine Öffnung der Kirche zur Welt, als die Öffnung der Fenster und Türen. Aber es hat die "Fallen" früherer Konzilien absichtlich gemieden, es sah von Dogmatisierungen und von der Verabschiedung moraltheologischer oder dogmatischer Definitionen ab. Vielleicht hing als Belastung aus dem Pontifikat Pius XII., der das Dogma der Aufnahme Mariens in den Himmel definiert hatte, dieses Andenken über den Papst und den Konzilsvätern. Papst Pius XII. wollte mit diesem Dogma gewissermaßen sein Pontifikat krönen, erreichte aber damit eher das Gegenteil, die Theologen waren frustriert und die interkonfessionellen Fronten wurden eher verhärtet.

Das Konzil nahm gegen die Erwartungen der römischen Kurie einen sehr dynamischen Verlauf. Es öffnete sich den Fragen und Problemen der Zeit und Epoche, den Problemen der Kirche, der Entwicklungsländer, der nichtchristlichen Religionen und der nichtkatholischen Konfessionen. Es unternahm gewagte Schritte in Richtung liturgischer Erneuerung und vermittelte enorme pastorale Impulse. Auf dem Höhepunkt des Konzils kam es zum Wechsel der Päpste, die Bischöfe wurden mit der Zeit "konzilsmüde", es gab zu viele Forderungen nach Änderung der Konzilsschemen und -vorschläge, sie konnten kaum mehr in die Konzilsdokumente eingearbeitet und am Ende veröffentlicht werden. Und was folgte nach dem Konzil?

Ich würde sagen, es gab viel Wildwuchs aus falschverstandenen Konzilsbeschlüssen und wahren Unsinn in vielen Bereichen des Lebens und Wirkens der Kirche. Es fand ein großer Exodus aus dem Priestertum und Ordensleben statt und ein große Abwanderung aus der Kirche. Das Pontifikat von Papst Paul VI. verlief im Zeichen der Erneuerung und des Fortschritts, aber auch im Zeichen einer gewissen Restaurierung und des Bremsens. Das heutige Pontifikat von Papst Johannes Paul II. steht ganz im Zeichen seiner zahlreichen Missionsreisen und Pilgerfahrten in alle Welt. Das bringt eine Öffnung der Kirche gegenüber der ganzen Welt mit sich und schafft den Übergang aus einer statischen in eine dynamische Kirche und drückt dadurch auch die Kollegialität bzw. Solidarität des römischen Papstes mit der ganzen Welt und Menschheit aus. Der heutige Papst spricht mit allen Religionen, weil wir in jeder, nach dem Konzil, Elemente und Samenkörner der Wahrheit finden. Seine Reisen durch die ganze Welt sind gleichzeitig ein Abschied vom bloß römisch und westlich verstandenen Christentum zugunsten einer weltweiten Öffnung der Kirche für lateinamerikanische, asiatische und schwarzafrikanische Kultur. Dem trägt auch der neue Begriff des Pilgerns Rechnung, der vom Standpunkt der Dogmengeschichte aus gesehen ein neues Verstehen von Kirche zugrunde legt: Kirche nicht mehr als eine statische Größe, sondern als das pilgernde Gottesvolk. Die Kirche wird also nicht mehr so sehr als eine der Welt übergeordnete göttliche Institution angeschaut, sondern eher als das Volk Gottes, das zu seinem eschatologischen Ziel zusammen mit der ganzen Welt unterwegs ist. Dadurch ist der Papst der 1.Pilger und Vorbild aller Pilger und kann deshalb auch mit allen, die nach Medjugorje pilgern verglichen werden. Diese gemeinsame Pilgerschaft kann dazu beitragen, daß Grenzen überwunden werden und eine Einheit gefunden wird, so daß auf diese Weise, wie es schon Papst Paul VI. formulierte und von Papst Johannes Paul II. innigst aufgegriffen wurde, eine Zivilisation der Liebe entsteht und verwirklicht wird. Der allgegenwärtigen Kultur des Todes, in der wir leben, ist es notwendig, Jesus Christus und das lebendige Christentum entgegenzusetzen, als eine Alternative zur modernen Lebensweise, die uns der Glaube an Jesus Christus anbietet.

Das neue Verständnis des Glaubens: der Glaube als Frucht der Erfahrung

Während wir am Ende der sechziger Jahre die Studentenunruhen erlebten, begegnen wir gleichzeitig im religiösen Bereich einem sehr ungewöhnlichen Phänomen, wir sind versucht zu sagen, der Postmoderne. Jugendliche werden von Jesus begeistert und gründen "Kommunen", die 'Jesus People', deren musikalischer Ausdruck die Rockoper "Jesus Christ Superstar" ist, treten in Scharen auf. Als Person ist Jesus sympathisch, seine göttlichen Attribute werden gestrichen und man nimmt ihn aus der Kirche heraus. Jesus ja - Kirche nein, das ist ein Schlagwort in vieler Munde. Das Konzil tat das Seinige gegenüber dem Personalismus in der Kirche, aber auch gegenüber dem größeren Personalismus im Glaubensakt. Bis zum Konzil herrschte das Bild der Kirche als mystischer Leib Christi vor, auf dem Konzil gewann die Idee und der Begriff des Volkes Gottes die Oberhand, während die dogmatische Konstitution über das Wort Gottes bzw. über die Offenbarung ausdrücklich sagt: "Dem offenbarenden Gott ist der 'Gehorsam des Glaubens'(Röm.16,26; vgl.Röm.1,5; 2Kor.10,5-6) zu leisten. Darin überantwortet sich der Mensch als ganzer in Freiheit Gott, indem er sich 'dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft' und seiner Offenbarung willig zustimmt. Dieser Glaube kann nicht vollzogen werden ohne die zuvorkommende und helfende Gnade Gottes und ohne den inneren Beistand des Heiligen Geistes, der das Herz bewegen und Gott zuwendet, die Augen des Verstandes öffnet und 'es jedem leicht macht, der Wahrheit zuzustimmen und zu glauben. Dieser Geist vervollkommnet den Glauben ständig durch seine Gaben, um das Verständnis der Offenbarung mehr und mehr zu vertiefen." (Dei Verbum 5)

Wenn man diese Aussagen mit denen des Ersten Vatikanischen Konzils vergleicht, dann stellen wir wesentliche Unterschiede fest, wobei wir einen Fortschritt verzeichnen können. Auch in letzter Zeit sind wir wiederum Zeugen einer Wende im Glaubensverständnis geworden. Es steht nicht mehr der Dogmenglaube und die Annahme der einzelnen Glaubenswahrheiten im Leben der einzelnen Gläubigen im Mittelpunkt, sondern gefragt ist eine persönliche Glaubenserfahrung. Das Element der Erfahrung herrscht in fast allen religiösen Fragen und Problemen vor. Erfahrungselemente und -momente sind häufig die Bedingung, damit Einzelne bereit sind zu glauben und jemandem Vertrauen schenken, bzw. das Herz (lat. Credo = cor do = ich gebe das Herz). Als ob es zur ungeschriebenen Regel geworden wäre: Gib mir deine Erfahrung als Zeugnis, zeig mir deine Erfahrung, dann werde ich dir glauben. Bisher war die Grundregel der Glaubensübertragung die Vermittlung eines bestimmten Wissens, der Glaubensinformation über Glaubensinhalte. Aber die Information, mag sie auch noch so vollkommen sein, trägt in sich immer ein gewisses Defizit, sie verliert besonders in der modernen geistigen Situation immer mehr an Boden. Da gibt es nichts, was man unseren Zeitgenossen beweisen könnte, denn sie sind mündig und erwachsen oder fühlen sich wenigstens so. Sie sind nicht mehr im Zustand der Unreife oder wollen diesen Zustand nicht einsehen oder wahr haben. Auch Jesus tat keine Zeichen und Wunder, um jemandem etwas zu beweisen, sondern um die Menschen ins Geheimnis seiner Person und seiner Sendung, sowie ins Geheimnis des Vertrauens und des Glaubens an seine Liebe einzuführen.

Deswegen ist es nötig, wie es in Medjugorje getan wird, vom instruktiven Modell der Glaubensunterweisung zu einem inspirativen Modell überzugehen. Der Geist Gottes wirkt in den Einzelnen und der Einzelne öffnet sich dem Geist, der inspiriert. Hier kann man das Beispiel des Theologen K. Rahner anführen. Am Ende seines Lebens beschwerte er sich über das eiskalte, winterliche Klima und Wetter in der Kirche, über die erkaltete Kirche. Dabei hatte er wahrscheinlich an die restaurativen Richtungen und Bemühungen in der Kirche gedacht, an die eingefrorenen theologischen Fronten, an die Ermüdung der ökumenischen Bewegung, an das allzu schwache Echo des Konzils und des modernen theologischen Denkens in der breiten Öffentlichkeit. Aber unter Winterschnee und -eis stecken schon Keime des neuen Frühlings, das neue Leben wird geboren und der Frühling erwacht allmählich. Deshalb konnte derselbe Rahner mit Recht sagen, daß der Gläubige, der Christ der Zukunft und des nächsten Jahrhunderts entweder Mystiker sein wird oder ihn wird es gar nicht mehr geben. Mit welchem Recht sagt das Karl Rahner? Glaube und Gebet, bzw. wissenschaftliche Theologie und Mystik sind immer untrennbar verbunden. Das eine ohne das andere gibt es nicht. Innere Sinngebung und Bestätigung dieser Behauptung kommt aus der Tatsache, daß nur der mystisch vertiefte Glaube dem Menschen bei der Suche nach eigener Identität einen inneren Sinn schenken kann und in existentiellen Ängsten und Nöten sich als tragfähig erweist. Begegnen wir nicht heute auch überall dem Syndrom der Reinkarnation, das im Grunde nur die Frucht einer erfolglosen Suche nach eigener Identität ist? In einer solchen Konstellation haben wir die Antwort der Mystik, bzw. eine mystische Epoche als Antwort, als den Weg zum eigentlichen Ziel. In diesem Fall aber ist der Weg das Ziel selbst, bzw. das Ziel ist der Weg.

Im Mittelpunkt jeder Mystik steht der Paulinische Gedanke, den weder die Theologie noch die Spiritualität genügend erschöpft haben, nämlich, "ich lebe, doch nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir"(Gal.2,20). Das Christentum der Zukunft darf und kann nicht in eigenen Vorhöfen oder am Rande bleiben, es muß in die Mitte seiner Möglichkeiten vordringen. Je mehr dies geschieht, desto kräftiger verändert sich seine Gestalt, umso mehr orientiert es sich an seinem mystischen Ursprung, den Gottmenschen Jesus Christus. Infolgedessen wird das Christentum zur Religion der Hoffnung, der Freiheit und des Friedens und vor allem der Überwindung der existentiellen Ängste, von denen der heutige Mensch umgeben ist. Durch diese Ängste wird der moderne Mensch in seiner Lebensenergie gelähmt und unfähig gemacht, sich selbst und seine Zukunft anzunehmen, ja er lebt geradezu mit dem Rücken zu seiner Zukunft. Es ist unmöglich, ihm mit Impulsen zu helfen, die Herausforderungen der Gegenwart auszuhalten und sich mit Vertrauen und Zuversicht der Zukunft zuzuwenden. Schon der Existenzphilosoph Karl Jaspers hat gesagt, daß die Lebensangst noch nie in einem solchen Ausmaß wie heute, in den Herzen der modernen Menschen anwesend war und zum grausamen Begleiter des Menschen geworden ist. Angst ist ein eindeutiges Merkmal des modernen Menschen, sie ist die Säure, die jede Lebensfreude auffrißt und den Lebenswillen zerstört. Deswegen ist der Glaube das einzig wahre Mittel gegen solche Angst, weil er uns in die Wirklichkeit des anwesenden Gottes in unserer Geschichte führt, während die Angst uns den tragfähigen Boden unter den Füßen wegzieht. Der verängstigte Mensch hängt über dem Abgrund des Nichts. Solche Angst gebiert die Unmöglichkeit einer wahren Kommunikation unter den Menschen, denn wer in Angst lebt, ist nicht imstande, seinen Zustand und seine Not einem anderen mitzuteilen. Dem verängstigten Menschen bleibt das Wort im Halse stecken. Demgegenüber lautet die Zusammenfassung des gesamten Kerygmas Jesu im Johannesevangelium in der Abschiedsrede Jesu: "In der Welt habt ihr Bedrängnis und Angst. Aber habt Mut! Ich habe die Welt besiegt!"(Joh.16,33).

Dieser moderne Mensch und Gottsucher, braucht mehr den Glauben der Zeugen, als die intellektuelle Begründung oder Beweisführung des Glaubens. Er setzt mehr auf das Zeugnis der Überzeugten, als auf die Vernunft der Gelehrten und der Glaube wird nicht so sehr auf intellektuelle Art, als vielmehr durch das Zeugnisgeben derjenigen weitergegeben, die mit ihrem Leben und Leiden dem Glauben einen neuen Sinn und tiefe Glaubwürdigkeit verleihen. Das ist besonders im ehemaligen kommunistischen Block sichtbar, wo sich der Glaube als stärker erwies als der sog. wissenschaftliche Sozialismus, ausgerechnet durch das mutige Zeugnis und die Demut der Leidenden, in deren Leben die Hoffnung und die Verheißung des Glaubens sichtbar wurden. Dieser Glaube ist keine Resignation oder Rückzug, bzw. Abtreten in die Irrationalität vor den Gefahren der praktischen Vernunft, sondern die 'courage to be', Mut zum Existieren und zum Sein, sowie der prophetische Ruf und der Aufschwung zu den Weiten, in die uns die ganze Wirklichkeit um uns herum einlädt. Einerseits ist heute die Aversion gegen Vernunft und Wissenschaft, gegen technische Rationalität, immer mehr im Kommen und daher ist es von größter Bedeutung, die immanente Logik unseres Glaubens hervorzuheben, damit er 'logike latreia'(vgl.Röm.12,3) wird, d.h. vernünftige Verehrung und seinen Beitrag leistet, die Lebenssynthese des ganzen Menschen gelingen zu lassen und nicht zu einem irrationalen Sprung in etwas Unbekanntes verführt. An sich ist Mysterium keine Irrationalität, sondern die äußerste Tiefe der göttlichen Vernunft, in die wir mit unserer beschränkten menschlichen Vorstellungskraft nicht vordringen können. Deswegen kann der Evangelist Johannes sagen: Im Anfang war der Logos, d.h. die schöpferische Vernunft, die sinngebende Kraft der göttlichen Erkenntnis und der Anfang aller Dinge. Dem Menschen steht es zu, die Spuren der göttlichen Vernunft zu entdecken und in dieser Richtung den Sinn der Dinge und der geschaffenen Wirklichkeit zu entwickeln und zu deuten.

Die Bisherige Pastoral und die Therapeutische Rolle von Medjugorje

Das moderne Wirtschaftsleben ist gekennzeichnet durch Marktforschung, Kapitalzuwachs, Ausbau der Handelbeziehungen, Vergrößerung des Bruttonationalproduktes und des Einkommens der Einzelnen. Das zieht nicht nur eine Standardisierung und Nivellierung der Produkte und materiellen Güter nach sich, sondern auch der Sprache, des Denkens und des geistigen Ausdrucks und führt so zu Verlust oder Unvermögen der eigenen, individuellen Lebensgestaltung. Man nahm an, daß es möglich sei, das amerikanische oder westeuropäische Modell der Geschäftsführung auf die kommunistische und Dritte Welt zu übertragen, aber diese Versuche waren von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der Eurozentrismus ist so etwas wie das schlechte Gewissen Europas geworden, was bei der Feier des 500-jährigen Jubiläums der Entdeckung Amerikas sichtbar wurde. Anstelle der Freude über die erzielte Einheit und über den Erfolg des Geleisteten, waren wir zornig und traurig, weil die Geschichte der europäischen Entdeckungen und Siege sich als eine Geschichte der moralischen Vergehen und Sünden Europas offenbarte. In einer solchen Atmosphäre hatte der christliche Glaube natürlich einen schweren Stand. Unser Glaube stellt hohe Ansprüche an den einzelnen Menschen, weil er aus der Sicht Gottes vom Menschen oft erhabener und besser spricht und denkt, als der Mensch dies von sich selber tut.

Die moderne geistige Situation erfordert von der Kirche ein Nachdenken über die eigene Pastoral. Während die bisherige Pastoral auf Disziplinierung der Gläubigen ausgerichtet war, so ist der Sinn der heutigen und künftigen Pastoral die Befähigung der Gläubigen zur Lebensgestaltung, weil die Entscheidung zum Leben gleichzeitig die Präambel zum Glauben ist. Von daher kommt dann die notwendige Beziehung zwischen Glaube und Gebet. Dem modernen Menschen muß es klar sein, daß das Fundament des Glaubens im Gebet liegt, denn das Gebet, in seinem inneren Aufbau verstanden, bringt den Menschen dazu, sein Leben unter die Führung Gottes zu stellen, worauf Gott mit dem Frieden für sein Leben antwortet. Glaube und Gebet sind, und das hat Medjugorje unzählige Male gezeigt, der Schlüssel zum reicheren Leben, zum Leben der Verständigung und der gegenseitigen Annahme, der Verzeihung und der Verbundenheit, der Sicherheit und Hingabe, des Friedens und der Freude. Solchem Glauben gehört die Zukunft und nur an solchem Glauben orientiert sich Medjugorje mit allem, was dort nun schon volle vierzehn Jahre geschieht. Ein solcher Glaube setzt die Freiheit des Menschen voraus und stellt sie ihm als Aufgabe und endgültiges Ziel all seiner Bemühungen vor Augen, weil aus ihr Liebe und Friede wächst. Auf der Grundlage eines solchen Glaubens kann der Friede in Freiheit zu einem Allgemeinplatz aller menschlichen Beziehungen und Bemühungen in diesem Jahrhundert werden, ein Frieden, der nicht die Abwesenheit des Krieges(Waffenstillstand) meint, sondern die Allgegenwart Gottes in seiner Schöpfung.

Medjugorje bietet sich als ein solcher Ort des Glaubens und Gebetes der Welt an, durch die neue Form der persönlichen und evangelischen Pastoral, den Menschen von Gott her den Frieden zu vermitteln. Tagtäglich werden wir hier zum Optimismus und Lebensmut eingeladen, allen möglichen kriegerischen und apokalyptischen Umgebungen zum Trotz, denn das Christentum ist der Glaube der Frohen Botschaft, der frohmachenden Berufung des Menschen zur Freiheit, zum Leben ohne paralysierende Angst, zu Friede und Freude.

Da wir diesen unseren Vortrag mit einem biblischen Vergleich begonnen haben, so ist es angebracht, die Effektivität von Medjugorje in den biblischen Kontext zu stellen, obwohl jeder Vergleich auch hinken mag. Die Auswirkung und die Früchte von Medjugorje lassen sich mit der Auswirkung und Verbreitung des Christentums vergleichen, besonders in den ersten christlichen Jahrhunderten. Das Römische Reich verzehrte sich von innen her, es wurde wie durch Knochenmark-Krebs aufgefressen. Um den Krebs heilen und den Organismus beleben zu können, ist es notwendig, das Rückenmark zu ersetzen. Das Christentum war so etwas wie das frische Rückenmark, es brachte die frischen Zellen, den neuen Kern und die Welt lebte auf. Es verstand den Auftrag und die Sendung Jesu wörtlich: Die Frohe Botschaft verkünden und verbreiten und zu heilen! Erinnern wir uns an die Schlußworte des Markusevangeliums und an die Zeichen, die die apostolische Verkündigung begleiteten? Der Mensch ist sich im Wesentlichen gleich geblieben. Jesus verkündigte durch seine Heilungen und er heilte durch seine Verkündigung, diese beiden Phänomene gehören zusammen. Jesus ist Lehrer und Prediger, Arzt und Therapeut. Das haben auch die Apostel von ihrem Meister übernommen und das haben in den ersten Jahrhunderten auch die Nachfolger der Apostel, die außer der Evangelisierung auch die Heilung durch den Glauben an Geist, Seele und Leib vermittelten. Der moderne Mensch sehnt sich nach ganzheitlichem Heil und deswegen braucht er die therapeutische Religion, die therapeutische Verkündigung des Glaubens. Der biblische Ausdruck, im Lateinischen 'salus', im Griechischen 'soteria' im Deutschen das Wort 'Heil' und im Kroatischen das Wort 'spas' oder 'spasenje', sie alle haben die eine Bedeutung: die ganzheitliche Genesung und Heilung des Menschen auszusagen. Jede Generation, alle Menschen aller Zeiten sehnen sich nach Heil und fragen, wo kann ich dieses Heil und Heilung finden? Wenn wir uns anschauen, was uns heute alles zu unserem Heil auf den verschiedensten Märkten der Welt, sowohl im materiellen, wie im seelischen Bereich, angeboten wird, so müssen wir sehr auf der Hut sein, um nicht irgendwelchen selbsternannten Gesundheitsaposteln oder Kurpfuschern auf den Leim zu kriechen. Eine ähnliche Situation herrschte auch in der ausgehenden Antike, als das Römische Reich zuende ging und das Christentum zur Freiheit gelangte. Daß das Christentum eine solch schnelle Verbreitung erlangte und sich schon bald zu einer Weltreligion erhob, ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, daß es das Heil für Leib und Seele nicht nur versprach, sondern auch verwirklichte und darin alle anderen Religionen der Zeit übertraf. Anstelle des mythischen Äskulap bzw. Asklepios haben wir Jesus Christus, den wahren Meister, Arzt und Heiland, der unserem Leben die Fülle des Heiles von Gott her schenkt. Das frühe Christentum verstand sich als der Glaube der Heilung, der wahren Therapie, der Medizin für Leib und Seele. So ist es auch nicht zufällig, daß mit dem Christentum die systematische Krankenpflege und Medizin zum Heil und Wohl der Menschheit begann. Sie ist bis heute eines der wichtigsten und der wirkungsvollsten Gebiete christlichen Tuns. Erinnern wir uns hier an die Schlußverse der Apokalypse, wo es heißt, daß um den Thron Gottes die Bäume des Lebens stehen, die jeden Monat Frucht bringen, zwölfmal jährlich. Ihre Blätter dienen zur Heilung der Völker und es wird nichts mehr geben, das vom Fluch Gottes getroffen ist. (Apk.22,2f) Als solche Frucht eines Lebensbaumes erweist sich nach meiner Ansicht auch Medjugorje in der modernen Kirche und in der Welt von heute. Warum sind denn so viele Menschen aus aller Welt nach Medjugorje gekommen und kommen auch heute noch? Doch deshalb, weil sie in irgend einer Weise Heil für ihre Seele und oder ihren Leib erfahren haben und täglich neu erfahren oder erfahren möchten. Was sonst macht Medjugorje so anziehend für Menschen aus allen Kontinenten der Erde?

Medjugorje und die Heilsgeschichte

Der geschichtstheologische Kontext von Medjugorje ist die Heilsgeschichte. Es gibt nichts Verwunderliches und Ungewöhnliches in der Geschichte des Handelns Gottes in und an der Welt und seiner Schöpfung. Nie hat Gott den Menschen und die Menschheit hoffnungslos verlassen oder aufgegeben. Wann immer der Mensch Gott verließ und in die eigenen Kräfte Vertrauen setzte, was vor allem im Alten Testament sichtbar wurde, so traten meistens Verfall und Katastrophen ein. Israel, aber auch uns muß klar sein, daß weder die wirtschaftliche noch die militärische Kraft uns zum Volk macht, sondern der direkte Eingriff Gottes in unsere Geschichte, Er hat uns erwählt und führt uns immer noch. Nur unter Seiner Führung ist es möglich, die reine Idee von Ihm zu bewahren und als Volk Gottes zu reifen. Der Mensch sehnt sich nach einem Raum, in dem er aufatmen kann, wo er angenommen und bestätigt wird. Er sehnt sich nach dem Raum, in dem die Entfremdung verschwindet und in dem er im Glauben, wie im Leben Zuhause sein kann. Deshalb braucht der Mensch die Kirche des inkarnierten Gottes, der als guter Hausherr Gott aller Menschen sein will. Das hat Medjugorje von seinen ersten Tagen an versucht zu vermitteln und zu verwirklichen und das ist auch die Erfahrung der Pilger: "Hier fühlen wir uns wie Zuhause!" Und deshalb kommen auch alle gern immer wieder nach Medjugorje zurück.

Wenn wir einen Blick in die Geschichte der Kirche und des Christentums werfen, dann werden wir sehen, daß es immer auf dem Höhepunkt der Krisen, Zeichen einer Wende gab, geschichtliche oder epochale. Alle großen Reformer, alle Erneuerer von Kirche und Gesellschaft, kamen, als die Krisen übermächtig wurden. Die Entstehung des Ordenslebens in der Kirche läßt sich gerade mit Krisenzuständen in der Kirche deuten. Die Orden sind eine Antwort auf die Krisen des Glaubens. Ebenso finden wir auf der geistigen Ebene ähnliche Phänomene und Mittel zur Gegensteuerung. Nach der zerstörerischen Absolutsetzung der Reflexion durch Descartes, kam der geniale Pascal, der dem europäischen Geist und der Spiritualität neue Maßstäbe gab. Nach Kant, Hegel und der idealistischen Philosophie, haben wir die existentielle Philosophie eines Kierkegaard und nach dem nihilistischen Denken von Nietzsche, meldete sich der russische Philosoph Solowjew als Antwort, daß Gott da ist, nachdem Nietzsche den Tod Gottes verkündet hatte. So stark die Religionskritik auch sein mag, das Wunder des wahren Gottesglauben übersteht alle Fallen und Probleme. Die Kritik hinterläßt Leere, Frustration und Unwohlsein und am Ende spricht jede Kritik zugunsten ihrer Negation: Wenn die Religion verneint wird, dann wird die Verneinung selbst zum Symbol des Bedürfnisses und Strebens nach dem Verneinten, die Religion wird zu einer gewissen Notwendigkeit. Das ausdrückliche Anti-Christentum ist für das Christentum immer heilsam, weil es auf eigene Probleme und auf Vernachlässigungen des Wesentlichen verweist. Auch an dieser Stelle ist die therapeutische Rolle von Medjugorje sichtbar und wahrnehmbar. Medjugorje meldete sich auf dem Höhepunkt der Krise des westlichen Denkens und der kommunistischen Schreckensherrschaft als Zeichen der Liebe und Fürsorge Gottes für die ganze Welt.

Das Herrschen des Menschen heißt Dienen, seine Freiheit ist die Bindung an die notwendige innere Wahrheit der Dinge, die Offenheit für die Liebe bedeutet und ihn dann Gott ähnlich macht. Deshalb ist es möglich, die Ereignisse von Medjugorje und die Seher, in die Kategorie der rationalen Begründung und des Zeugnisgebens zu stellen. Maria als Zeugin und Prophetin und Gott, der in das Leben der Einzelnen machtvoll eingreift und sie in Seinen Dienst nimmt. Dieser unmittelbare Ruf Gottes ist psychologisch nicht faßbar und deutbar, andrerseits ist es einem Menschen aber nicht möglich, sich Gott zu entziehen, ohne sich dabei selbst zu verneinen. Ebenso steht es um die Botschaft von Medjugorje, die im Wesentlichen eine prophetische ist. Zur prophetischen Botschaft äußerte sich Martin Buber folgendermaßen: Der prophetische Geist denkt nie wie der platonische, daß er die allgemeine, überzeitliche und begriffliche Wahrheit besäße. Er empfängt Botschaft für Botschaft in den ganz konkreten Situationen des Lebens und gerade deswegen trifft sein Wort auch nach Verlauf so vieler Jahrtausende das Volk in den veränderten und veränderlichen Lebenssituationen seiner Geschichte. Diese Botschaft und Wahrheit ist meistens unangenehm und bedrückend, weil der Mensch selbst zum Mund und zum Medium Gottes wird. Der Prophet Amos sagt: "Der Löwe brüllt - wer fürchtet sich nicht? Gott, der Herr spricht - wer wird da nicht zum Propheten?"(3,8). In unserem Fall sind es Maria und einige Seher. Das Verhältnis des Propheten gegenüber der Zeit und der Zukunft ist nicht im Sinne einer Vorhersage zu verstehen, prophezeien bedeutet: Die Gemeinschaft der Menschen und den Einzelnen direkt oder indirekt vor eine Wahl oder besser vor eine Entscheidung zu stellen. Die Zukunft ist nicht etwas, was sich uns offen in die Hände legt, etwas wovon man schon alles weiß, im Gegenteil, sie hängt im Wesentlichen von der Richtigkeit der Entscheidung ab, d.h. von der Entscheidung, die der Mensch in diesem Augenblick trifft oder an der er in diesem geschichtlichen Kairos teilnimmt. Der Prophet stellt immer die Menschen vor die Alternative, er versucht, das Steuer in eine andere Richtung zu drehen, seine ganze Existenz steht dahinter, seine Worte zittern vor Angst und Hoffnung wegen der Größe und der Kraft der Entscheidung. Der Prophet ist meistens der große Ankläger, er verkündet keine langweilige Moral oder Verhaltensethik, sondern die Irrtumslosigkeit und Ewigkeit des Wortes und Gesetzes Gottes.

Der moderne Mensch begegnet heute den riesigen Möglichkeiten technischen Fortschritts, von denen ihm heiß und kalt und angst werden kann. Einmal der direkte Eingriff in die menschlichen Gene, der Eingriff in die Schöpfungswirklichkeit selbst, dann die Möglichkeit, daß der Mensch mit seinem Waffenpotential eine apokalyptische Wirklichkeit auf dieser Erde selbst heraufbeschwören kann. Deshalb braucht er die Propheten, die mit ihrem Leben auf das Jenseits, auf die andere Wirklichkeit verweisen und zu ihr hinführen. Für den Menschen ist die Immanenz, die Diesseitigkeit, zu eng und zu klein. Indem er aber die Jenseitigkeit bestritt, übergab er sich der Verherrlichung des Diesseits. Die Lebensgier und das Begehren nach allem und nach allerlei erlebt z.Zt. seinen Höhepunkt, aber auf diesem Höhepunkt ist keine Befriedigung möglich, sondern das Gegenteil, Unersättlichkeit und Ekel, Entwertung des Lebens und Verwerfung von allem, was einem nicht mehr gefällt. Der Mensch ist ein Wesen, das für Gott und das Unendliche geschaffen ist, deswegen sind z.B. Abtreibung, Euthanasie und Selbstmord nur Begleiterscheinungen und die natürliche Frucht eines solchen Lebensverständnisses, der Verneinung der fundamentalen Lebensentscheidung, der Verneinung der Verantwortung vor Gott, der Ewigkeit und vor der ewigen Hoffnung. Leibliche Lust und Begierde enden auf ihrem Höhepunkt im Ekel und am Ende wird der Mensch zum Abfall, wie es die moderne Literatur zeigt oder die allgegenwärtige Kultur des Todes, die sich an die Stelle der Kultur des Lebens und der Liebe gedrängt hat.

Es ist unmöglich, die Tiefe der göttlichen Botschaft und der Wahrheit im Menschen verschütten oder verfälschen zu können. Das wahre Bild Gottes im Menschen wird immer wieder an der Oberfläche auftauchen und sich den Weg zur Seele des Menschen bahnen. Deswegen entsteht heute überall der erneute Ruf nach Konzentration, Meditation, Kontemplation, nach dem Heiligen, ja nach Berührung mit Gott selbst. Das ist die unvermeidliche Antwort auf die (un)wahre Weltanschauung unserer Zeit, für die Terrorismus, Revolutionen, pure Gewalt und Drogen nur ein äußeres Erscheinungsbild sind und in der nur als Tatsache gilt, was sichtbar und meßbar ist, in der nur Quantität zählt, nicht aber eine Qualität, die sich aus Moral und Ethik ergibt und so zum eigentlichen Wahren, Guten und Edlen des Menschen führt. Damit der Mensch wirklich Mensch wird, braucht er Moral und Ethik und damit er Ethik hat, braucht er den Schöpfer, den Glauben an die Unsterblichkeit und an den liebenden Gott. Deshalb besteht die Frohe Botschaft des Christentums, die auch die Botschaft von Medjugorje ist, gerade darin, Verantwortung zu übernehmen vor Gott, vor sich selbst, vor der Welt und vor der Geschichte. Medjugorje ist eine echte Herausforderung und ein Ruf im wahrsten Sinne des Wortes in und an unsere Zeit! Das Ziel der Geschichte ist nicht Evolution oder Fortschritt, sondern Umkehr. War fast die gesamte nachhegelianische Epoche des Denkens vom ständigen Aufstiegs- und Fortschrittsglauben beseelt und vom Schreiten zu einem glücklicheren Morgen begeistert, so ernten wir heute die bitteren Früchte dieses Prozesses. Die Bibel aber spricht über die Umkehr und nicht über die Evolution, gerade auf dieser Botschaft ruht der Aufruf von Medjugorje. Alle Pseudoreligionen, wie Technik und Wissenschaft haben sich gegen den Menschen gewendet. Deshalb ist es durchwegs falsch, den Menschen als das Wesen des Fortschritts und des Wachstums zu verstehen. Der Mensch als Person ist schon in der Bibel als das zwischen gut und böse gekreuzigte Wesen definiert worden. Sicherheit garantieren ihm nicht Fortschritt und Wissenschaft, sondern allein die Entscheidung für Gott. Kommt daher das Gerede vom 'humanum', das allerseits bedroht ist? Nach einer Zeit des unbeschränkten Glaubens an die Vernunft, sind wir nun in eine Zeit des Irrationalismus eingetreten. Deswegen ist es im Angesicht der heutigen Krise der Vernunft nur möglich, das Heil in der Hinkehr zum Mysterium zu finden, zum Geheimnis, das fähig ist, die Vernunft zu retten. Das Mysterium ist nicht gegen die Vernunft gerichtet, sondern es dient ihr zur Sinnhaftigkeit des Seins und zur Aufrechterhaltung des Kosmos.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und Sozialismus und nach den Frustrationen, die der 'homo faber', der 'homo technicus' in seinen technischen Errungenschaften erlebt hat, sprechen viele Gründe dafür, sich dem Glauben und dem Gott der hl. Schrift und Offenbarung zuzuwenden. Medjugorje ist auch hierfür ein sichtbares Zeichen, die 'Stadt auf dem Berg', bzw. der Ort 'zwischen den Bergen'. Jeder muß sich gerade heute der Tatsache stellen, daß es unmöglich ist, die geistigen Wirklichkeiten mit materiellen Mitteln oder Versprechungen zu erreichen, daß es unmöglich ist, Sinn, Friede, Ruhe, Gesundheit, Standhaftigkeit im Leben und in der Überzeugung, mit materiellem oder wirtschaftlichem Wohlstand oder Fortschritt zu erringen, sondern nur mit der Annahme seiner selbst als einer geistigen Wirklichkeit und Gegebenheit. In unseren Zeitgenossen erwacht allmählich der Sinn für das Geistige, es eröffnen sich neue Vorstellungen und Wege, trotz der verführerischen, sirenenhaften Stimmen von 'New Age'. Trotz so vieler Fortschritte im Bereich der Technik und Technologie, der Physik und Chemie, trotz so vieler Errungenschaften in den Bereichen des Mikro- und Makrokosmos, der Mikro- und Astrophysik, der Biologie, sowie im Bereich der Atome und Organismen, bleiben im Bereich des Seins und der Sinnbeschreibung des Lebens, sowohl die Wissenschaft als auch die moderne Philosophie hilflos und ohne klare Position. Längst haben die Philosophen Adorno und Horkheimer von der Selbstzerstörung der Aufklärung gesprochen. Das geschieht dort, wo man die Aufklärung verabsolutiert, wo Berechnung, Vorausschau und Kalkulation regieren und wo Transzendenz und Jenseits verneint werden. Mit anderen Worten: Die Gesellschaft, die auf Agnostizismus und Materialismus gebaut ist, kann langfristig nicht überleben, die Folgen sind: Zerstörung der Moral und aller geistigen Werte. Nicht einmal die Philosophie der Sinngebung eines Viktor Frankl, die sog. Logotherapie, die ihre Ratschläge denen gibt, die jede Verbindung mit Religion und Kirche verloren haben, kann eine wirkliche Sinngebung für das Leben finden, ohne den Tod zu hinterfragen. Diejenigen, die ihre Verbindung zur Kirche noch nicht gänzlich verloren haben und vor großen Fragezeichen des Lebens stehen, muß ebenfalls die Bedeutung des Jenseitsglaubens für ihr hiesiges moralisches Verhalten vor Augen geführt werden. Die erste Aufgabe ist, die Genesung der Moral und die Annahme der moralischen Werte in der Gesellschaft. Dem Menschen ist es nicht möglich, ungestraft die Grenzen zu überschreiten, die ihm von Gott gesetzt sind. Der Mensch ist frei, wenn er das Gesetz der Freiheit als Raum anerkennt, der ihm bestimmt oder gegeben ist. Einerseits begegnen wir, fast möchte ich sagen, einer pathologischen Sorge und Angst um die menschliche Gesundheit und saubere Umwelt und andrerseits erleben wir eine allgemeine Gefühllosigkeit für die moralische Integrität des Menschen, die einer Verneinung der Freiheit und Würde des Menschen entspricht und damit seiner selbst. Deswegen drängt sich uns erneut die Frage nach Gott und Seiner Offenbarung in der Geschichte und in der heutigen Welt auf, wo kommt Gott noch zur Sprache? Da ist Medjugorje ein nicht zu übersehender Meilenstein in unserer Zeit, denn durch Medjugorje kommt Gott wieder ins Gespräch. Durch Medjugorje wird uns der Ruf zur Umkehr, zum Glauben an Gott, zur Rückkehr zur Offenbarung, deren Höhepunkt Jesus Christus ist, der Vermittler zwischen Gott und Mensch, in dem das Geheimnis Gottes selbst verborgen ist. Er ist das Wort, das alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis in sich birgt (vgl.Kol.2,3) und als solcher deckt Er das Geheimnis Gottes selbst auf und bricht das Schweigen, in das sich Gott scheinbar gehüllt hatte.

Wenn die Intellektuellen bisher im westlichen Liberalismus und im marxistischen Kommunismus dem Glauben jegliches Recht und jegliche Fähigkeit zur Gestaltung der Gesellschaft, der Öffentlichkeit und der gemeinsamen Zukunft in der Menschheit abgesprochen haben, so begegnen wir heute einem anderen Trend. Die Umwälzungen auf allen Gebieten weisen deutlich darauf hin, daß die Religion und ihr subjektiver Ausdruck im persönlichen Glauben und Leben, aber auch im gesellschaftlichen Bereich, eine Kraft ist, die sich aus dem Bewußtsein des Menschen nicht ausradieren läßt. Ferner kann die Welt auf die Gestaltungsrolle des religiösen Menschen in der Gesellschaft gar nicht verzichten. Es ist unmöglich, ohne Glauben, Zukunft zu gestalten. Man muß aber alle Fehler der vorigen Jahrhunderte und jede Vereinnahmung des Glaubens zu politischen Zwecken vermeiden.

Die Hauptrolle des Glaubens ist die Sorge für den Menschen. Dazu ist die Kirche mit der Kraft ihres Gebetes und mit der Stärke des Geistes berufen, nicht nur mit den Verantwortlichen in der Institution, sondern durch die Abgabe des Glaubenszeugnisses aller, nicht im Pochen auf ein Recht, sondern mit Liebe, sich im Leben und Leiden der Menschen für sie einzusetzen, in den Herzen den Raum für Gott bereiten, der kommen will, um auf diese Weise dem Menschen und der Gesellschaft zu helfen, ihre Identität wieder zu finden. Die ganze Geschichte der Menschheit ist ein großer Kampf zwischen Glauben und Unglauben, zwischen gut und böse. Wir sind heute als Zeugen gerufen, ohne zu zögern, uns der Macht der Resignation, der Gleichgültigkeit, des Fatalismus und der Verzweiflung mit der Kraft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe entgegenzusetzen. Die Menschen zur wahren Liebe befähigen, ist der Auftrag des Augenblicks. Sich der öffentlichen Meinung und Macht widersetzen, wie es Jesus vor Pilatus tat, wie es der Papst zur Zeit gegenüber den Mächtigen dieser Welt tut, ist Gebot der Stunde. Jesus hatte keine Angst vor dem Kreuz, doch der moderne Gläubige hat Angst vor dem Gedanken an Kreuz und Leid und Martyrium. Jeder, auch die kirchlichen Würdenträger, bangen um ihr 'image', mag es auch nur um einen dummen Kommentar in einer Tageszeitung gehen, der heute geschrieben und morgen schon wieder vergessen ist. Wir müssen zum Martyrium, zum Zeugnis, zum Risiko für unseren Glauben bereit sein und wagen, dem Ruf Jesu zu folgen. Darin belehrt und ermahnt uns Maria täglich in ihrer Schule in Medjugorje.

Statt eines Schlußwortes

Bei allen Erscheinungen offenbart sich Maria als sorgenvolle Mutter, die jeder verstehen kann, weil ihre Zuwendung vor allen, den Armen und Kleinen gilt, den 'Lieblingen Gottes'. Sie ist immer voller Mitleid mit ihnen und schenkt ihnen ihr Herz und ihre Stimme. Bei ihr können alle Verachteten und Entrechteten, alle, die am Rande der Gesellschaft leben, Geborgenheit finden. Sie erscheint nicht in den Schlössern der Reichen und Fürsten, nicht in den Palais der Bischöfe und auf den Marktplätzen der Großstädte, sondern in den Bergen, in Dörfern an entlegenen Orten und ihre Partner sind die Kleinen und Unbedeutenden, Hirten und Kinder. Als ob sie damit sagen wollte: Die Kleinen sollen die Welt evangelisieren mitsamt dem Klerus, der Hierarchie, den Bischöfen und Priestern. Das sind die erstaunlichen Ereignisse bei fast allen Erscheinungen. Es geschieht gar nicht so selten, daß auch erfahrene Theologen und Gelehrte zu den einfachen Sehern kommen und sie um Rat für das geistliche Leben fragen. Die Kleinen und Unbedeutenden werden zu Evangelisatoren. Die Erwachsenen und Großen pflegten in der Geschichte der Kirche auch zu den Waffen als Mittel der Evangelisierung zu greifen, wir brauchen uns nur an die ruhmlose Evangelisierung Lateinamerikas zu erinnern, während die Kleinen mit der Kraft des Wortes, der Person und des Lebens zu authentischen Evangelisatoren werden. Da verwirklicht sich das Wort Jesu über Kleine und Kinder als Beispiel für Sein Reich. Wenn sich die Kirche heute vor allem an die Armen wendet und wenn unser Franziskanerorden sich zum Grundsatz gemacht hat, sich vorrangig für die Armen einzusetzen, dann nicht zuletzt deshalb, weil gerade bei und unter ihnen ein großes Potential für die Evangelisierung steckt. Wir können gerade heute von den Armen und Kleinen lernen, wie man evangelisiert, bzw. wie man evangelisiert wird und wie man von der Mitte zur Peripherie des Glaubens geht. Maria zeigt sich als diejenige, die liebt, die auf alles achtet, die bereitwillig hilft und am Werk der Erlösung ihres Sohnes als barmherzige Mutter teilnimmt. Maria hört die Hilfeschreie und Seufzer, sie lindert Not und Elend und spendet Trost, sie wischt die Tränen ab und heilt alle Wunden.

Die sog. "Durchschnittschristen" und Laien dürfen nicht länger das Objekt der Evangelisierung sein, indem man sie in ein fertiges Glaubensgebäude zwängt oder einsperrt, sondern auch sie müssen zu Subjekten der Evangelisierung werden, Empfänger der Gaben des Heiligen Geistes, der sie drängt, Seine Gaben durch ein Leben aus dem Glauben in christlicher Liebe zu bezeugen und selbst zum Träger der Frohen Botschaft in der Welt von heute zu werden. Alle müssen sich den Nöten der Welt zuwenden, von den Größten angefangen, bis zu den Kleinsten im Volke Gottes, nur so wird die Frohe Botschaft glaubwürdig. Die Evangelisierung dient nicht der Etablierung der Hierarchie, sondern dem Entstehen neuer Gemeinschaften, in denen die christliche Liebe von den Gläubigen gelebt und verwirklicht wird. Das ist eines der wichtigsten Ergebnisse der Erscheinungen von Medjugorje. Überall auf der Welt sammeln sich solche lebendigen Gemeinschaften, die im Geiste der Botschaften Mariens gemeinsam beten und den Kleinen und Armen dienen. Der Ruf Mariens ist an alle gerichtet und alle müssen sich, wie Abraham auf den Weg machen, glaubend und vertrauend unter der Führung Gottes und Mariens in eine, menschlich gesehen, ungewisse Zukunft gehen, in der Freiheit der Kinder Gottes.

Die Früchte der Erscheinungen von Medjugorje sind nicht meßbar. Was allzu kritische Vernunft und falsche Philosophie im Menschen zerstört haben, was katholische Theologie in vielen Bereichen unterlassen hat oder verunsichert hat, was die Hirten der Kirche sich nicht getrauten zu sagen, das versucht Maria, die Mutter der Kirche, in der Kraft des Heiligen Geistes durch ihr Erscheinen und ihre Botschaften zu vollbringen. Ihr Ruf zu Umkehr und Gebet dient immer und überall der Belebung bzw. der Wiederbelebung der Kirche und führt zum Empfang der Sakramente. Die Welt der Kleinen versteht die Sprache der Gospa von Medjugorje und nimmt sie gläubig an. Die Hoffnung wird erneuert, daß Gott mit seinem Volk lebt. Der biblische Glaube und die biblische Erfahrung werden neu geweckt. Medjugorje ist im Grunde eine erneute Vorlesung oder nochmalige Verkündigung der Bibel in unserer Zeit. Wenn anderswo einige die "Theologie der Befreiung" verkünden, so wird uns durch Medjugorje die "Theologie des Volkes Gottes" vermittelt. Das Volk Gottes als Träger der Erneuerung des Glaubens, durch das die Pläne Gottes in der Geschichte der Menschen verwirklicht werden.

Das Werk Gottes, die Erneuerung der Welt, wird mit Hilfe Mariens ausgeführt. Durch ihre Erscheinungen und Fürbitten wird das Leben der Völker in Frieden und Freiheit angemahnt. Das Volk wird sich seiner Erwählung und Aufgabe vor Gott bewußt und es bekehrt sich zu einem neuen Leben. Maria wird zu einem kreativen Symbol für das neue Leben des Volkes. Bei ihren Erscheinungen gibt sie den Ländern und Völkern ihre ursprüngliche Würde zurück. Sie zeigt sich als Hüterin des überlieferten Erbes und einer authentischen Inkulturation des Evangeliums in das Leben der Völker und ihre Kulturen. Maria ist auch gleichzeitig die Offenbarung des mütterlichen Antlitzes unseres Gottes. Wo sie erscheint, da deutet sie hin auf das schöpferische Werk der Liebe Gottes in der Geschichte. Wir begegnen ihr am Anfang des Lukaevangeliums und der Apostelgeschichte. Wo der Heilige Geist auf Maria herabkommt, da hinterläßt Er eine vollendete bzw. vollkommene Gestalt, einmal ist es Jesus Christus und das andere Mal ist es die Kirche. Die Kirche ist in ihrem Haupt und in ihrer Mutter bereits vollkommen. Gott hat sie geschaffen, um den Menschen, die Er als Seine Geschöpfe liebt, einen Raum des Friedens, der Freiheit und der Liebe zu errichten. Jesus Christus und die Kirche, daß sind die beiden wesentlichen und existentiellen Wahrheiten, von denen die Menschen in dieser Welt leben können und die der Welt und ihren Menschen Sinn und Zukunft schenken. Für diese Wahrheiten ist Medjugorje heute an der Schwelle ins neue Jahrtausend, in dieser Epoche des Übergangs ein Wegweiser, den wir nicht übersehen dürfen. Ich möchte schließen mit einem Ausspruch des großen deutschsprachigen Theologen, Hans Urs von Balthasar, den er kurz vor seiner Kardinalsernennung über Medjugorje äußerte: "Für Medjugorje gibt es nur eine einzige Gefahr, daß die Leute daran vorbeigehen."

P. Tomislav Pervan, OFM

P. Tomislav Pervan wurde am 8. November 1946 in Citluk geboren. Zum Priester wurde er 1969 geweiht. Im Jahre 1976 erhielt er die Doktorwürde in Theologie aus dem Gebiet des Neuen Testamentes. Er half bei der Ausbildung der Novizen im herzegowinischen Franziskanerorden. Von 1982 bis 1988 war er tätig als Gemeindepfarrer in Medjugorje. 1990 wurde er zum Provinzialvikar ernannt und 1994 zum Provinzial der herzegowinischen Franziskanerprovinz.

 

Source: © Information Centre "Mir" Medjugorje ( www.medjugorje.hr ^ )

 


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