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„Die Anhänger nicht ins Leere fallen lassen“

Das Phänomen Medjugorje und die Unterscheidung der Geister: Ein Gespräch mit dem Dogmatiker Manfred Hauke

Date: 6. Februar 2010
Category: Interviews , Theologie

Ein Gespräch mit dem Dogmatiker Manfred Hauke

Seit Jahren gibt es eine Diskussion um das Phänomen der angeblichen „Marienerscheinungen“, die in Medjugorje ihren Ursprung genommen haben: Erscheint den aus Medjugorje stammenden Sehern wirklich die Gottesmutter? Oder sind die Ereignisse parapsychologische Früchte aus dem Unbewussten der Seher? Sind sie eine betrügerische Manipulation oder gar eine Täuschung böser Mächte? Dem Vernehmen nach gibt es im Vatikan Pläne, das Phänomen Medjugorje demnächst durch eine Kommission abschließend prüfen zu lassen. Regina Einig befragte dazu den Vorsitzenden der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie, den in Lugano lehrenden Dogmatiker und Patrologen Professor Manfred Hauke.

Worin liegt die theologische Bedeutung der Marienerscheinungen?

Die Erscheinungen der Gottesmutter gehören zum Charisma der Prophetie, worin das unverfügbare Wirken des Geistes Gottes zum Ausdruck kommt. Paulus betont: „Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetische Worte nicht!“ (1 Thess 5, 19–20). Schon das Buch der Sprichwörter betont: „Ohne prophetische Offenbarung verwildert das Volk“ (Spr 29, 18). Gemäß Thomas von Aquin werden die prophetischen Offenbarungen nach der apostolischen Zeit nicht dazu gegeben, eine neue Glaubenslehre zu verbreiten, sondern dienen der Ausrichtung des menschlichen Handelns. Die Theologie spricht hier auch von „Privatoffenbarungen“, insofern der mitgeteilte Gehalt nicht zur allgemeinen und öffentlichen Offenbarung gehört, die mit der apostolischen Zeit abgeschlossen ist. „Privat“ meint dann den Bezug auf eine einzelne Person, eine Gruppe oder auch die ganze Kirche in einer besonderen geschichtlichen Situation. Die „Privatoffenbarungen“ oder (besser) prophetischen Offenbarungen helfen uns, die „Zeichen der Zeit“ (Lk 12, 56) zu erkennen und entsprechend zu handeln. Nach Papst Benedikt XIV. begründet die Anerkennung einer Privatoffenbarung durch den zuständigen Bischof keineswegs eine Glaubenspflicht im strikten Sinn (fides divina), sondern erklärt, dass man den Erscheinungen begründetermaßen einen rein menschlichen Glauben entgegenbringen kann (fides humana). Kein Katholik ist also verpflichtet, daran zu glauben, dass die Muttergottes in Lourdes und Fatima erschienen ist; die Kirche erklärt aber, dass die Berichte über die Erscheinungen glaubwürdig sind und ein Katholik daran glauben und eine entsprechende Spiritualität pflegen darf. Ja, die Kirche hat sogar eigene Gedenktage in den liturgischen Kalender gesetzt und entsprechende Messformulare herausgegeben. Prophetische Offenbarungen sind nicht der Normalfall des christlichen Lebens, sondern eine Ausnahme: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20, 29). Der Katechismus der Katholischen Kirche betont mit dem hl. Johannes vom Kreuz: In Jesus Christus, dem ewigen göttlichen Wort, hat uns der göttliche Vater alles mitgeteilt (vgl. Hebr 1, 1–2). „Wer demnach jetzt noch ihn befragen oder von ihm Visionen oder Offenbarungen haben wollte, der würde nicht bloß unvernünftig handeln, sondern Gott geradezu beleidigen, weil er seine Augen nicht einzig auf Christus richten würde, ohne jegliches Verlangen nach anderen oder neuen Dingen“ (KKK 65).

Gibt es überhaupt die Möglichkeit von Erscheinungen, die dem Menschen etwas mitteilen, was nicht der eigenen Psyche entstammt?

Nach einer weit verbreiteten Theorie, die vor allem auf Karl Rahner zurückgeht, sind alle Erscheinungen „einbildliche Visionen“. Danach hat der Inhalt der „Erscheinung“ einen psychogenen Ursprung, auch wenn derselbe durch einen göttlichen Impuls ermöglicht sein kann. Gott wirke nicht unmittelbar in diese Welt ein, sondern nur durch geschaffene Zweitursachen (insbesondere durch die menschliche Psyche). Mit anderen Worten: Ob jemand den Klabautermann, die eigene Schwiegermutter oder die Jungfrau Maria visionär erlebt, hängt von der subjektiven psychischen Disposition ab, gegebenenfalls von unbewussten seelischen Automatismen und nicht von objektiven Gegebenheiten, die dem Menschen von außen entgegenkommen. Bei einer solchen Theorie stellt sich letzten Endes nicht mehr die Frage nach Echtheit und Unechtheit von Marienerscheinungen. Dagegen ist zu betonen, dass ein Ausschluss des unmittelbaren Einwirkens Gottes in dieser Welt denkerisch nicht haltbar ist, weil dann schon die anfängliche Schöpfung aus dem Nichts unmöglich wäre, die allein auf Gott zurückgeht. Außerdem gibt es eindeutig bezeugte Phänomene, bei denen der Gehalt des Gesehenen auf ein extramentales Ereignis zurückgeht: bei den Marienerscheinungen im irischen Cnoc Muire 1879 beispielsweise sahen 15 Personen während eines strömenden Regens Maria mit anderen Heiligen sowie einem Altar; der Ort, wo die Heiligen standen, blieb trotz strömenden Regens trocken. Ein solches Geschehen ist durch den subjektivistischen Ansatz Rahners nicht erklärbar. Der subjektive Faktor ist stets mit zu bedenken: Auch in echte Offenbarungen können Irrtümer eindringen, wenn die menschliche Phantasie etwas hinzufügt oder wenn eine Aussage falsch gedeutet wird. Und es gibt natürlich auch das Phänomen der Einbildung mit krankhaftem Ursprung oder die Möglichkeit des Betruges. Ist beides ausgeschlossen, steht im Zentrum der Deutung von Erscheinungen stets die Wertung des extramentalen Ursprungs: die Einwirkung Gottes und himmlischer Personen oder aber die böser Mächte.

Zwischen welchen Formen der Vision/Erscheinung ist zu unterscheiden?

„Erscheinung“ meint in der theologischen Unterscheidung die von den äußeren Sinnen oder der Einbildungskraft erfahrbare Einwirkung eines himmlischen Wesens. Der Begriff „Vision“ hingegen hebt ab auf die subjektive Komponente, also auf die Wahrnehmung eines natürlicherweise nicht sichtbaren Geschehens. Dabei kann es „körperliche Visionen“ geben, wenn das begegnende Objekt mit dem Gesichtssinn wahrgenommen wird, „einbildliche“ Visionen (die sich nur in der Einbildungskraft manifestieren) oder „intellektuelle“ Visionen (die sich im Denken zeigen ohne die Vermittlung eines Sinneseindrucks).

Fügt sich das Phänomen Medjugorje aus Ihrer Sicht in die Linie der großen Marienwallfahrtsorte wie Lourdes, Fatíma oder Guadalupe ein?

Medjugorje hat mit den genannten kirchlich anerkannten Erscheinungsorten der Gottesmutter gemeinsam einen gewaltigen Zustrom von Pilgern, die dort beten, zur Umkehr gelangen oder ihren Glauben erneuern. Ich selbst war bei einem Besuch in Medjugorje 1985 beeindruckt von den zahlreichen Beichten, wobei mir jemand mitteilte: „Meine letzte Beichte war vor dem Zweiten Weltkrieg.“ Auch eine ganze Anzahl von geistlichen Berufungen ist mit der Wallfahrt, der gläubigen Gemeinschaft und dem Leben des Gebetes verbunden, die in den genannten Orten erfahrbar sind.

Auf der anderen Seite gibt es offenkundige Unterschiede. Dazu gehören vor allem die Anzahl der visionären Phänomene sowie die von der Kirche als glaubwürdig anerkannten Wunder. In Guadalupe gab es vier Marienerscheinungen (9.–12.12.1531), die von einem der größten Wunder der Kirchengeschichte beglaubigt wurden, nämlich der Einprägung des Bildes Mariens auf dem Mantel des Sehers. In darauf folgenden zehn Jahren bekehrten sich acht Millionen Indios. Die Echtheit der Erscheinungen wurde 1566 nach einem kanonischen Prozess anerkannt und der Seher im Jahre 2002 heiliggesprochen. In Lourdes werden achtzehn Marienerscheinungen gezählt, die innerhalb eines halben Jahres stattfanden (11.2.–16.7.1858). Die damit verbundenen Botschaften konzentrieren sich auf Gebet und Buße. Sie wurden von Anfang an durch Wunder beglaubigt, die einer überaus kritischen medizinischen und kirchlichen Prüfung standhielten. Die bischöfliche Anerkennung (1862) verbindet sich mit der persönlichen Glaubwürdigkeit der Seherin, Bernadette Soubirous, die nach der Begegnung mit der Gottesmutter in ein Kloster eintrat und 1933 heiliggesprochen wurde. Die Ereignisse von Fatima umfassen sechs Marienerscheinungen (Mai bis Oktober 1917), die von drei Engelserscheinungen vorbereitet wurden (1916) und eine Ergänzung fanden durch Erscheinungen vor der Seherin Lucia in Pontevedra (1925–26) und Tuy (1929–30). Das Sonnenwunder in Fatima (13.10.1917) geschah vor etwa 50 000 Menschen. Die Marienerscheinungen von 1917 wurden 1930 als glaubwürdig anerkannt, die Botschaften an Lucia in Pontevedra und Tuy 1939. Zwei der Seher von 1917 (Francisco, Jacinta, die noch als Kinder starben) wurden im Jahre 2000 seliggesprochen, während der einschlägige Prozess für die erst jüngst verstorbene Schwester Lucia 2008 begann. Guadalupe, Lourdes und Fatima zeichnen sich demnach aus durch eine sehr begrenzte Zahl der Marienerscheinungen, durch eine klar konturierte Botschaft, durch die von der Kirche anerkannte Heiligkeit der Seher und durch die beeindruckende Bestätigung aufgrund offenkundiger Wunder. Demgegenüber stellt sich das Phänomen Medjugorje anders dar: Die Zahl der angeblichen Erscheinungen dürfte über 40 000 umfassen; die damit verbundenen Botschaften sind überaus zahlreich und werfen manche kritische Fragen auf; was die Glaubwürdigkeit der Seher anbetrifft, so gibt es in einigen Fällen die Trübung durch das Phänomen der nachweislichen Lüge; ein kirchlich anerkanntes Wunder existiert nicht; die von den Sehern angekündigten Wunderzeichen zur Beglaubigung Medjugorjes sind bislang nicht eingetroffen. Der portugiesische Kardinal Saraiva-Martins, langjähriger Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen, wurde kürzlich zu den Parallelen zwischen Medjugorje und Fatima befragt. Er meinte: Während die Hirtenkinder von Fatima sich demütig zeigten und das Schweigen wählten, seien diese Tugenden in Medjugorje nicht offenkundig; während Schwester Lucia in die Klausur eintrat, habe in Medjugorje niemand das geweihte Leben gewählt [einer der Seher heiratete hingegen eine amerikanische Schönheitskönigin; dies ist gewiss keine Sünde, aber auch kein besonderes Zeichen für die übernatürliche Prägung durch Marienerscheinungen]; Schwester Lucia legte die ihr von Maria anvertrauten Geheimnisse schriftlich nieder, während die Visionäre von Medjugorje sie nach wie vor für sich behalten. „Nein, ich sehe keine Gemeinsamkeiten zwischen Fatima und Medjugorje“ (www.papanews.it, 15.1.2010).

Viele Menschen betrachten Medjugorje als den Anfang ihrer Bekehrung. Gibt es eine theologische Logik „der guten Früchte“, die Rückschlüsse auf ein gnadenhaftes Ereignis oder die Echtheit des Phänomens zulässt?

Gute Früchte allein sind noch keine Bestätigung für den übernatürlichen Ursprung eines visionären Phänomens. In der Medizin bringt auch die Placebo-Therapie mitunter gute Erfolge, die aber nicht dem Medikament als solchem zu verdanken sind. Und selbst an einem Ort, an dem Betrug geschieht oder sogar der Teufel wirkt, ist es möglich, dass die göttliche Gnade wirkt und Menschen sich bekehren und zu Gott finden. Bei den Kriterien für die übernatürliche Glaubwürdigkeit von Marienerscheinungen sind die Früchte mit der Betrachtung des Phänomens selbst und der Bestätigung durch Wunder zu verbinden. In Medjugorje gibt es im übrigen nicht nur gute Früchte, sondern auch eine ganze Anzahl negativer Folgen, die mit dem Phänomen der Erscheinungen verbunden sind. Dazu gehört die Ermunterung an zwei Franziskanerpatres, die von der Seherin Vizka im Namen der „Gospa“ vorgenommen wurde, sich den kanonisch legitimen Anordnungen des Ortsbischofs bezüglich ihres pastoralen Einsatzes zu widersetzen. Auf die wiederholten Aufforderungen der „Gospa“ zum Ungehorsam (13mal) reagierte der damalige Bischof Zanic, der anfänglich dem Phänomen Medjugorje zugeneigt war, mit sehr verständlicher Ablehnung.

In seiner Reaktion auf den Besuch Kardinal Schönborns macht Bischof Peric auf weitere Früchte aufmerksam, die mit der erwähnten Aufforderung zum Ungehorsam verbunden sind: Gegenwärtig gibt es im Bistum Mostar-Duvno neun Ex-Franziskaner, die von ihrem Dienst suspendiert sind, aber sich in den usurpierten Pfarreien als legale Priester aufführen; gewisse Franziskaner luden 2001 einen altkatholischen Diakon ein, der sich als „Erzbischof“ vorstellte und in den usurpierten Pfarreien über 700 Jugendliche „firmte“, was ein Diakon niemals gültig tun kann; zwei der widerspenstigen Patres luden einen altkatholischen Bischof aus der Schweiz ein mit der Bitte, sie zu Bischöfen zu weihen, was der altkatholische Bischof jedoch ablehnte. Zwei Patres, die mit dem Beginn des Phänomens Medjugorje eng verbunden sind, wurden kirchlich gemaßregelt: Jozo Zovko (der zuständige Pfarrer während der ersten Erscheinungsmonate, Juni–August 1981) wird von seinen Oberen jeglicher Kontakt mit Medjugorje verwehrt; Tomislav Vlasic, der 1981–1988 in Medjugorje wirkte, wurde 2008 durch den Heiligen Stuhl von seinen priesterlichen Pflichten entbunden. Zur Begründung erwähnt die Glaubenskongregation unter anderem Vergehen gegen das sechste Gebot, verschlimmert durch angebliche „mystische Motivationen“. Der Pater hatte in der Tat, unter Berufung auf die Einsprechung durch die „Gospa“ und die Seherin Marija Pavlovic, eine „mystische Ehe“ mit einer Dame aus Deutschland geführt im Rahmen einer gemischten religiösen Gemeinschaft. Diese seltsame Verquickung zwischen persönlichen Neigungen und Mystizismus hat eine längere Vorgeschichte: 1976, also schon vor seinem Einsatz in Medjugorje, schwängerte der Pater eine Ordensfrau in einer gemischten „franziskanischen Gemeinschaft“, schickte sie dann mit frommen Sprüchen nach Deutschland und verleugnete seine Vaterschaft. Dieser Fall wurde 1984 Bischof Zanic und Kardinal Ratzinger bekannt. Ausgerechnet Vlasic brachte von einem charismatischen Kongress in Rom die ihm zugesprochene „Weissagung“ nach Medjugorje mit (6. Mai 1981): „Fürchte dich nicht, ich werde euch meine Mutter senden“. Von Vlasic, so behauptete dabei eine irische Charismatikerin, würden Ströme lebendigen Wassers ausgehen. Der Einfluss einer solchen Gestalt auf die Anfangszeit des Phänomens Medjugorje stellt eine Fülle von kritischen Fragen. Schwerwiegende moralische Vorwürfe werden auch gegen Zovko vorgebracht, den Pfarrer der Anfangsmonate und langjährigen geistlichen Betreuer der Sehergruppe (E.M. Jones, Der Medjugorje-Betrug, 2001).

Medjugorje wird gerne als „Oase des Friedens“ während des Bürgerkriegs am Beginn der 90er Jahre erwähnt. Es gibt freilich auch unbequeme Fakten, welche diese harmonische Sicht stören. Als 1992 die Einkünfte aus der Pilgerindustrie zurückgingen, gab es Presseberichten zufolge einen gewalttätigen Streit zwischen drei am Wallfahrtswesen verdienenden Familienclans. Bei einer „Säuberungsaktion“ seien dabei 140 Einwohner Medjugorjes getötet worden, während 600 andere flüchten mussten. „Dies alles wurde vor der Außenwelt geheimgehalten, da es sich natürlich nicht in Einklang bringen ließ mit ihrem Glauben an die Königin des Friedens“ (R. Franken, Eine Reise nach Medjugorje, 2000, 45). Es gibt also nicht nur gute Früchte des Phänomens Medjugorje.

Sehen Sie in Medjugorje die Gnade Gottes am Werk?

Wenn Menschen sich bekehren, aufrichtig beten, die Sakramente empfangen und ihr christliches Leben erneuern, wirkt zweifellos die Gnade Gottes. Das gilt für jeden Ort der Welt und gewiss auch für Medjugorje.

Welche Kriterien spielen aus kirchlicher Sicht für die Anerkennung des übernatürlichen Charakters der Erscheinungen eine maßgebliche Rolle?

Eine Erscheinung kann nur dann als übernatürlich bewertet werden, wenn mit Sicherheit ausgeschlossen ist, dass natürliche Einflüsse oder das Einwirken des Teufels dafür verantwortlich sind. Untersucht werden müssen (1) die Seher: Sind sie psychisch gesund? Sind Illusion, Suggestion und Halluzination auszuschließen? Sind die Seher aufrichtig und moralisch geradlinig? Zeigen sie einen größeren Eifer im Glaubensleben als vor dem visionären Ereignis? Sind sie gehorsam und demütig gegenüber den rechtmäßigen Vertretern der Kirche? Psychische Krankheit, Lügerei, unmoralische Akte im Zusammenhang mit den Visionen und Mangel an Demut sind äußerst negative Kriterien. Weitere Fragen stellen sich (2) zum Inhalt der Phänomene: Entsprechen sie dem katholischen Glauben? Gibt es lächerliche und Gottes unwürdige Aussagen? Prophezeiungen müssen sich, um als übernatürlich ausgewiesen zu werden, auf zukünftige Ereignisse richten, die von der menschlichen Freiheit beziehungsweise vom unverfügbaren Einwirken Gottes abhängen. Ein positives Kriterium ist auch die Enthüllung von Geheimnissen des menschlichen Inneren. Wichtig sind sodann (3) die Früchte der Ereignisse, in denen sich die Güte des Ursprungs enthüllt (vgl. Mt 7, 15–20). Die echten Erscheinungen bestärken die Seher in der Tugend, vor allem in der Demut und der Geduld, während falsche Offenbarungen Hochmut und Ungehorsam erzeugen. Das entscheidende Kriterium (4) ist das Wunder, das eine eindeutige Verbindung mit der Erscheinung haben muss.

Kann auch der Teufel Wunder wirken?

Das Wunder, verstanden als unmittelbares Einwirken Gottes in die empirische Welt, ist dann als solches ausweisbar, wenn es über die geschöpflichen Kräfte hinausreicht. Zu den deutlichsten Beispielen gehört hier die Auferweckung von Toten. Nicht einfach ist dabei die Abgrenzung zu den „Wundern“ der bösen Geister, deren Macht das menschliche Vermögen übersteigt. Als geschaffene Wesen ist es ihnen freilich unmöglich, eine Schöpfung aus dem Nichts zu bewirken (wozu eine unendliche Macht gehört). Sie können auch keine Voraussagen machen, die von der inneren Freiheit des Menschen abhängen, denn der Teufel hat keine Macht über das Innerste des Menschen. Deutlich wird dies bei der Besessenheit: Die Dämonen können sich des Körpers des Besessenen bemächtigen, aber während sie in der vom Exorzismus hervorgerufenen Krise aus ihm sprechen, wird das Bewusstsein des Menschen normalerweise ausgeschaltet. Gott hingegen weiß den menschlichen Willen von innen her zu lenken, ohne ihn zu zwingen.

Für den Teufel ist es kein Problem, beispielsweise Statuen zum Weinen zu bringen, Ekstasen und Stigmata hervorzurufen, Fotoapparate zu manipulieren, in Zungen reden zu lassen oder wunderbare Gerüche zu erzeugen. Aufgrund seiner überragenden Kenntnisse der natürlichen Welt kann er in begrenztem Maße auch Aussagen über die Zukunft tätigen, wobei die Wirkkraft der gegenwärtig erkennbaren Faktoren weitergedacht wird. Er kann auch Verborgenes offenbaren, das dem Menschen nicht bekannt ist (mit Ausnahme der Geheimnisse des menschlichen Inneren). Ein bekanntes Beispiel für das Wirken des Teufels in pseudomystischen Vorgängen ist etwa im Spanien des 16. Jahrhunderts das Leben der Ordensfrau Magdalena vom Kreuz (1487–1560). Seit ihrem fünften Lebensjahr hatte sie eine Fülle von Ekstasen und Visionen. Sie erzählt, die Heiligen Dominikus und Franziskus hätten sie auf den Empfang der Erstkommunion vorbereitet. Schon drei Monate vor ihrer Zulassung zur Eucharistie empfängt sie täglich die Kommunion auf „mystische Weise“, wobei sie jedes Mal einen Schrei ausstößt. Im Alter von 17 Jahren tritt sie in ein Kloster der Klarissen in Cordoba ein. Sie empfängt Stigmata und weiß verborgene Gegenstände hellsichtig wiederzufinden. Bei ihrer ewigen Profess staunen die Nonnen über die lang dauernde Gegenwart einer Taube, die als Zeichen des Heiligen Geistes gedeutet wird. Karl I., der König von Spanien, lässt von Magdalena unter anderem die königliche Standarte und das Gewand seines Sohnes Philipp segnen. Auch Kardinal Cisneros und zahlreiche andere Kirchenfürsten sind von der „charismatischen“ Ordensfrau angetan. Sogar der Heilige Vater höchstpersönlich bittet die spanische Klarissin um ihre Fürbitte. Skeptisch bleiben nur einige nachdenkliche Zeitgenossen wie der heilige Ignatius von Loyola und der heilige Johannes von Avila. Deren Zweifel bestätigen sich, als sich 1542 die Klarissen von Cordoba über die laxe Leitungspraxis ihrer Oberin wundern und eine Nachfolgerin wählen. Die „Wundernonne“ wird nun von Konvulsionen (Schüttelkrämpfen) heimgesucht. Als der daraufhin vorgenommene Exorzismus eine dämonische Gegenwart entlarvt, unternimmt die Inquisition gegen Magdalena einen Prozess. Dabei gesteht sie, im Jahre 1504 einen vierzigjährigen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben, der 1544 sein Ende genommen habe. Ihre paranormalen Fähigkeiten hören auf. Nachdem sie ihren Irrtümern abgeschworen hat, tut sie mehrere Jahre lang Buße, kann nicht mehr für Ämter innerhalb des Ordens gewählt werden und führt bis zu ihrem Tode ein vorbildliches Leben. Mit anderen Worten: Dem Teufel kann es gelingen, über Jahrzehnte hinweg selbst die höchsten Kirchenfürsten zum Narren zu halten. Ein solches Beispiel mahnt zur Vorsicht angesichts zeitgenössischer Vorgänge.

Wie bewerten Sie die „Botschaften“ der „Gospa“?

Nach der Studie eines kroatischen Psychologen und Theologen sind die veröffentlichten „Botschaften“ „meist ... einfache Texte, Anregungen zum Frieden, Gebet, zur Buße und Bekehrung, in denen sich deutlich die Seele und die Umgebung der Seher widerspiegeln“ (I. Zeljko, Marienerscheinungen ..., 2004, 315). Unter den sogenannten zehn Geheimnissen, worüber die Seher nur Andeutungen machen, erwähnen sie als Bestätigung für die Marienerscheinungen ein dauerhaftes und sichtbares Zeichen auf dem Berg der ersten Erscheinung. Die Erfüllung dieses bereits 1981 angekündigten Zeichens steht auch nach fast dreißig Jahren noch aus, ganz im Unterschied etwa zu Guadalupe und Fatima, wo im Erscheinungsjahr selbst ein offenkundiges Zeichen auftrat (das Bild der Gottesmutter auf der „Tilma“ beziehungsweise das Sonnenwunder). Von der einschlägigen Forschung wird als Problem erwähnt die Filtrierung der „Botschaften“ durch die Seher beziehungsweise die damit verbundenen Priester. Die problematischen Aussagen sind oft nur durch entlegene Publikationen der kritischen Quellenforschung bekannt (zum Teil nur auf Kroatisch, Englisch und Französisch) und werden dem breiten Publikum vorenthalten.

Vor allem in der Anfangszeit des Phänomens gab es einige sehr seltsame Mitteilungen. Nach einem Tonbandprotokoll vom 30. Juni 1981 kündigten die Seher an, nach der Aussage der „Gospa“ sei in drei Tagen (am 3. Juli) das Ende der Erscheinungen, die dann aber weitergingen. Bei der sechsten Erscheinung (29.6.1981) kündigte die „Gospa“ die Heilung eines vierjährigen Jungen an, die aber niemals erfolgte. Des weiteren wies die „Gospa“ darauf hin (25.5.1984), ihr zweitausendster Geburtstag falle auf den 5. August 1984. Würde die echte Gottesmutter für sich ein Geburtsfest propagieren, das sich vom Datum des liturgischen Festes (8. September) unterscheidet? Würde das angegebene Datum geschichtlich stimmen, dann wäre Maria im Jahre 16 v.Chr. geboren. Da aufgrund der uns bekannten historischen Daten (Volkszählung, Sternverbindung) das Geburtsjahr Jesu um das Jahr 7 v. Chr. anzusetzen ist, wäre Maria bei der Geburt Jesu etwa 9 Jahre alt gewesen. Neben Unwahrheiten und lächerlichen Dingen werden gelegentlich auch Irrlehren übermittelt: So schrieb Pater Vlasic am 8.5.1982 in die von ihm verfasste Chronik, nach Aussage der „Gospa“ seien die Heiligen im Himmel nicht nur mit der Seele anwesend, sondern auch mit dem Leib. Hier zeigt sich die heute weit verbreitete, aber von der Kirche verurteilte Irrlehre von der Auferstehung im Tode, worin die Erwartung der zukünftigen Auferstehung bei der Wiederkunft Christi zunichte gemacht wird. Mit anderen Worten: Neben einer Fülle von katechetischen Selbstverständlichkeiten, die sich wesentlich gehaltvoller in der Bibel und im Katechismus finden, enthalten die Botschaften Elemente, die klar gegen einen übernatürlichen Ursprung des Phänomens sprechen.

Anhänger und Kritiker von Medjugorje beanspruchen die zeitliche Länge des Phänomens als Argument für ihre Position. Mit Recht?

Die zeitliche Länge des Phänomens, allein für sich gesehen, spricht weder für noch gegen die Echtheit der Erscheinungen. Im Jahre 2008 anerkannte der Bischof von Gap und Embrun den übernatürlichen Charakter der Marienerscheinungen von Notre-Dame du Laus (Südostfrankreich), die von 1664 bis 1718 stattgefunden haben, also einen Zeitraum von 54 Jahren umfassen. Vier Monate lang sah die am Beginn der Ereignisse 17-jährige Seherin die Erscheinung täglich. Später hatte sie nur von Zeit zu Zeit mystische Begegnungen mit Christus oder der Gottesmutter. Jedenfalls gab es dort, abgesehen von den vier Monaten im Jahre 1664, keine Regelmäßigkeit des visionären Phänomens wie in Medjugorje. Wo das Außergewöhnliche von Visionen zum regelmäßigen, gar alltäglichen Normalfall wird und „Monatsbotschaften“ der Gottesmutter im vorhinein in Radioprogrammen angekündigt werden, ist Skepsis angebracht. Eine Überfülle von Mitteilungen ist typisch für spiritistische Phänomene, so etwa für die dreizehn Bände der kanadischen „Seherin“ Marie-Paule Giguère, die der französische Theologie René Laurentin, ein großer Förderer Medjugorjes, wohlwollend gewürdigt hat (darin stellt sich die Seherin, die ihre Erkenntnisse aus der Kristallkugel bezieht, als Reinkarnation der Gottesmutter dar, die der Schlange den Kopf zertritt und noch zu Lebzeiten heiliggesprochen würde; einer ihrer Söhne würde Papst, ein anderer „Lehrer der Völker“; die von Marie-Paule begründete Bewegung wurde inzwischen von der Kirche verurteilt; vgl. J. Bouflet, Faussaires de Dieu, 2000, 562–570). In der irdischen Pilgerschaft lebt der Glaubende nicht vom Sehen, sondern vom Hören des Wortes Gottes. Erst in der himmlischen Freude wird der Glaube vom Schauen abgelöst.

Wägt die Kirche in der Bewertung eines so vielschichtigen Phänomens wie Medjugorje pastorale und kirchenrechtliche Aspekte gegeneinander ab? Oder geht es letzlich vor allem um dogmatische Schlüssigkeit?

Solange nicht eindeutig kirchenamtlich festgestellt wird, dass die mit Medjugorje verbundenen „Marienerscheinungen“ nicht übernatürlichen Charakters sind (constat de non supernaturalitate), wird ein Pilgerbetrieb auf privater Ebene geduldet. Nur öffentliche, von kirchlichen Institutionen betriebene Wallfahrten sind untersagt. Gegenwärtig gilt noch das Urteil der jugoslawischen Bischofskonferenz von 1991, wonach ein übernatürlicher Ursprung nicht feststeht (non constat de supernaturalitate). Dies bedeutet, dass die von vielen Anhängern Medjugorjes beanspruchten „Beweise“ für die Glaubwürdigkeit (Lichtphänomene, Heilungen, Bekehrungen) für nicht stichhaltig gehalten wurden. Nochmals hat Bischof Ratko Peric am 1. September 2007 erklärt: „Die Kirche, von der lokalen bis zur obersten Ebene, von den Anfängen bis zum heutigen Tag, hat sich klar und ständig wiederholt: Non constat de supernaturalitate! Dies bedeutet für die Praxis: Es sind keine Wallfahrten erlaubt, weil diese den übernatürlichen Ursprung der Erscheinungen voraussetzen, es gibt kein Heiligtum der Madonna und es gibt keine authentischen Botschaften, Offenbarungen oder richtigen Visionen! Dies ist der Stand der Dinge heute. Wie wird es morgen sein? Wir werden das in die Hände Gottes legen und unter den Schutz Unserer Lieben Frau.“ Soweit der Bischof. Rein theoretisch ist das Urteil offen für eine künftige Anerkennung (constat de supernaturalitate) oder eine endgültige Ablehnung (constat de non supernaturalitate). Solange aber gilt, was der Bischof von Mostar-Duvno bei einer Predigt in Medjugorje am 6. Juni 2009 gesagt hat und auf seiner Internetseite dokumentiert: „Die Kirche hat die ,Erscheinungen von Medjugorje‘ nicht anerkannt“ (http://cbismo.com/index.php?mod=vijest&vijest=416; Il fenomeno di Medjugorje, 3a parte, Službeni vjesnik, 2/2009, pp. 190–194).

Für die pastorale Behandlung ist es wichtig, die von dem Pilgerstrom nach Medjugorje geschaffene Glaubenserneuerung in kirchliche Bahnen zu lenken und die Anhänger der Phänomene nicht ins Leere fallen zu lassen. Die Marienverehrer wären gut beraten, sich auf zuverlässige und gesamtkirchlich gut rezipierte prophetische Offenbarungen zu konzentrieren, indem sie sich etwa mit Guadalupe, Lourdes oder Fatima beschäftigen. Fragwürdige und eindeutig falsche Phänomene sind als solche darzustellen. Dabei reicht es meines Erachtens nicht, pragmatisch Medjugorje als „Gebetsstätte“ anzuerkennen, ohne dabei ein Urteil über die zugrundeliegenden Ereignisse zu fällen. Auf diese Weise – Nichtanerkennung angeblicher „Erscheinungen“ bei gleichzeitiger Anerkennung der Orte als offizielle „Gebetsstätten“ – reagierten auch deutsche Bischöfe (zum Beispiel in Bezug auf Heroldsbach und Marienfried). Wenn eine neue Untersuchungskommission zur Erkenntnis gelangt, dass bestimmte mit dem Phänomen der Erscheinungen selbst unlösbar verbundene Merkmale gegen deren Echtheit sprechen, dann gebietet die Liebe zur Wahrheit, dies auch mit aller Deutlichkeit kundzutun und die katholischen Christen vor der „Wallfahrt“ nachdrücklich zu warnen. Hier gilt das Prinzip: „bonum ex integra causa, malum ex quovis defectu“ („das Gute kommt von einer unversehrten Ursache, das Übel aus einem Mangel“). Bei einem Getränk, das mit Rattengift gemischt ist, reicht es nicht, darauf hinzuweisen, dass sich unter 98 Prozent Wasser nur zwei Prozent Strychnin befinden: das ganze Getränk ist wegzugießen. Wenn nicht endlich die Kirche selbst die Eiterbeule aufsticht, die mit Medjugorje verbunden ist, dann werden kirchenfeindliche Kreise dies besorgen, und zwar mit Wonne. Und dann könnte die Duldsamkeit bezüglich der Medjugorjebegeisterung zum Bumerang werden, der die Kirche von innen her angreift, dann nämlich, wenn die zuvor mit dem bosnischen „Wallfahrtsort“ verbundenen und schließlich enttäuschten Kreise sich gegen den Glauben und die Kirche wenden sollten. Und das könnte auch erklären, dass der Teufel bei seinem Treiben in Medjugorje „gute Früchte“ in Kauf nimmt: wenn er dann nämlich am Ende einen weitaus größeren Schaden für die Kirche hervorrufen kann. Die pastorale Liebe darf nicht getrennt werden von der Liebe zur Wahrheit.

Prof. Dr. Manfred Hauke - Curriculum vitae

Manfred Hauke wurde am 28. April 1956 in Hannover geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Paderborn (Westfalen). Das Studium der Philosophie und Theologie in Paderborn und München wurde 1981 abgeschlossen mit dem Doktortitel in Theologie (bei Prof. Dr. Leo Scheffczyk, der im Jahr 2001 wegen seiner wissenschaftlichen Verdienste die Kardinalswürde empfing). Nach der Priesterweihe 1983 folgten vier Jahre im seelsorglichen Dienst als Vikar im Ruhrgebiet (Dortmund, Hagen). 1987 wurde die wissenschaftliche Laufbahn fortgesetzt an der Universität Augsburg als Assistent von Professor Dr. Anton Ziegenaus. 1991 Habilitation (Dr. theol. habil.). 1993 erfolgte die Berufung an die Theologische Fakultät von Lugano als Professor für Dogmatik. 2001 kam die Lehrtätigkeit für Patrologie hinzu, und innerhalb der Dogmatik liegt derzeit ein besonderer Akzent auf der Mariologie. Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen widmen sich dem Gesamtbereich der Dogmatik. Monographien wurden veröffentlicht u. a. zum Priestertum der Frau (Doktorarbeit), zur griechischen Erbsündenlehre (Habilitation), zur Firmung, zur Feministischen Theologie, zur Theologie von Leo Kardinal Scheffczyk, zu den mariologischen Initiativen von Kardinal Mercier und zum Gesamtbereich der Mariologie (Lehrbuch) (vgl. unten). Nebenbei übernimmt Manfred Hauke auch pastorale Aufgaben als Seelsorger der deutschsprechenden Gemeinde in Lugano und ist Studienpräfekt im Luganer Priesterseminar San Carlo. Seit 1992 ist er Mitglied der "Pontificia Academia Mariana Internationalis" (PAMI) und seit 2005 Vorsitzender der "Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie". Er ist Herausgeber der wissenschaftlichen Buchreihe "Collana di Mariologia" (seit 2002). Als Mitherausgeber ist er verantwortlich für die Studienreihe "Quaestiones thomisticae" (seit 2007) sowie die Zeitschriften "Sedes Sapientiae. Mariologisches Jahrbuch" (seit 2004) und "Forum Katholische Theologie" (seit 2007). Seit 1996 gehört er zum Redaktionskomitee der "Rivista teologica di Lugano" (seit 2009 ausserdem Vizedirektor) und seit 2007 der "Ephemerides Liturgicae".
 

 


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