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Die Rolle der Massenmedien bei der Verbreitung der Botschaften von Medjugorje

Date: 22. November 2005 , Originally published 10. November 2001
Author: Hans Schotte
Category: Theologie

Nirgendwo in der Welt hat die Gospa über einen so langen Zeitraum und mit so vielen Botschaften zu den Menschen dieser Erde gesprochen. Das allein ist schon so einzigartig, dass es uns in Staunen versetzt. Die Botschaften sind nicht spektakulär, sind nicht sensationell, wie wir Journalisten es erwarten und es bei der Vermarktung von Informationen gewohnt sind. Viele der Botschaften sind Wiederholungen, inhaltliche Vertiefungen, Hilfsangebote dafür, kleine, ja kleinste Schritte im Glauben machen zu können, sie sind wiederholte Aufrufe, endlich das zu tun und zu leben, wozu die Gospa vorher schon einmal aufgerufen hat. Sie regt uns immer wieder an, dass wir uns zu Ihr hinwenden sollen, um den Glauben zu erlernen, um Jesus zu finden, uns selbst zu finden. Das alles ist vom journalistischen Anspruch her nicht sonderlich interessant. Die Botschaften sind eben keine Eintagsfliegen, sind keine Nachrichten, die heute sensationell erscheinen und morgen "kalter Kaffee" sind, entsprechend dem Ausspruch: "Nichts ist so alt wie eine Zeitung von gestern". Das sind die Botschaften eben nicht. Sie sind Stützen und Hilfen, kontinuierlich zu wachsen, schlicht und einfach.

Sensationell war, als die Erscheinungen in Medjugorje schon ein paar Tage länger andauerten als bei anderen vergleichbaren Erscheinungsorten. Sensationell war, als sie schon 5 Jahre dauerten. Das waren sie wieder sensationell am zehnten Jahrestag. Vielleicht bald wieder beim fünfzehnten Jahrestag, wenn es den geben sollte. Zwischendurch war Medjugorje aber Alltag, für journalistische Ansprüche kaum von Interesse. Es war der Alltag der vielen kleinen millionenfachen Bemühungen, zu beten, das Evangelium zu leben, den Nachbarn zu lieben, Jesus zu begegnen in den kleinen Alltäglichkeiten des Lebens von Kinder, Eltern, Frauen und Männern, Sehern und Priestern. Und ich glaube sagen zu dürfen, dass wir auch heute nach mehr als 5000 Erscheinungstagen immer noch nicht sagen können, welchen Auftrag die Gospa letztlich hat und wohin Gott unsere Welt führen möchte, dass wir die eigentliche Groesse und Dimension der Erscheinungen von Medjugorje eigentlich noch immer nicht erfassen können und dass vieles nach wie vor Geheimnis bleibt, unserem Verstehen noch verborgen ist. Deshalb könne wir getrost weiter wachsen!

Die Gospa überfordert niemanden. Offensichtlich hat sie, das lernen wir aus Medjugorje, sehr viel Geduld mit uns. Freilich könnte Gott unsere Welt in drei Tagen oder in nur einem Augenblick die Welt verändern und sie so machen, wie er sie sehen möchte. Aber was hätten wir Menschen damit zu tun. Dieses, was hätten wir Menschen damit zu tun, ist das, was wir Freiheit nennen, vor der Gott offensichtlich große Achtung und Ehrfurcht zeigt, wie wir in Medjugorje erleben. Diese Freiheit setzt Maßstäbe auch in unserem Umgang mit den Menschen, die sich von Gott abgewendet haben, die von Menschen im Namen Gottes innerlich verletzt worden sind, die sich vielleicht sogar von Gott verletzt fühlen. Wie viele Menschen kehren sich von Gott und der Kirche ab, weil das Bodenpersonal Gottes versagt. Wir alle wissen, wie schwer, manchmal unmöglich, es ist, zu diesen Personen einen Zugang zu finden. Was wissen wir von anderen Menschen, wo die Gründe ihrer Verletzungen liegen, warum sie so sind, wie sie sind, wenn wir nicht einmal wissen, wo wir selbst verletzt sind, warum wir uns so schwer tun, die Botschaften anzunehmen und zu leben. Die Gospa ruft uns (die Hörer der Botschaften) ja immer wieder auf, die gleichen Schritte zu tun, nicht müde zu werden, immer wieder anzufangen. Wir haben keinen Grund, uns für besser, religiöser, herzensoffener zu halten als die übrigen Menschen unserer Gesellschaft, die diese Botschaften nicht hören, nicht hören wollen oder nicht gehört haben. Ich bin fest überzeugt, dass nur die Botschaften es sind, und nicht wir, die den Menschen unserer Gesellschaft den Zugang zu Gott und die Berührung und Erfahrung mit Gott ermöglichen werden. Wie Gott seine Hilfe uns durch die Botschaften der Gospa zu erkennen gibt, so wird ER jeden Menschen dieser Erde und unserer Gesellschaft wann und wie ER will mit seiner Liebe berühren.

Sind wir damit überflüssig geworden für die neue Evangelisierung. Welchen Part sollen wir dabei denn noch erfüllen, wenn diese Evangelisierung eigentlich in der Hand Gottes selbst und in seiner Verantwortung liegt. Wenn es letztlich nur Ihm gelingt, sich den Zugang zu abgewendeten Herzen zu verschaffen? Haben wir dann überhaupt noch eine Verantwortung und wie sieht diese Verantwortung hinsichtlich unserer Öffentlichkeitsarbeit bei der Verbreitung der Botschaften aus? Wie sieht unsere Journalistische Verantwortung und Arbeit dabei aus?

In den Ländern Europas und Amerikas sind Nachrichten und Informationen von kaum zu überschätzender Bedeutung geworden. Man kann sagen, dass wir einer nicht mehr überschaubaren Flut von Nachrichten ausgesetzt sind, die unser Leben mitbestimmen, die nicht nur Einfluss auf Entscheidungen in der Politik, der Industrie und unser gesellschaftliches Leben ausüben, sondern sogar unser privates, persönliches Leben weit mehr mitentscheiden als wir es uns eingestehen oder wahrhaben wollen. Und die technischen Entwicklungen im Bereich der elektronischen Nachrichtenüberträger, der modernen Medien, werden diesen Einfluss in absehbarer Zeit weiter in einer kaum noch vorstellbaren Weise perfektionieren.

In der Dienstleistungsbranche Medien, Presse, Fernsehen, Rundfunk sorgt ein Heer von Journalisten für unsere tägliche Information und unsere tägliche Desinformation. Sie reduzieren die Unmenge von Informationen aus aller Welt und selektieren sie zu Nachrichten auf ein uns erträgliches Verdauungspensum. Diese Selektion ist notwendig. Sie setzt ein großes Verantwortungsbewusstsein voraus und bedeutet Macht. Nachrichten sind Macht und eine Ware, die erworben und mit der Handel getrieben wird. Man kauft sie und verkauft sie.

Diejenigen, die mit der Ware Nachrichten handeln, die Journalisten, bestimmen entscheidend darüber mit, worüber in einer Gesellschaft gesprochen wird. Sie machen die Nachrichten zu Themen. Worüber es keine Nachrichten gibt, das wird auch nicht zum Thema. Da liegt die Chance, aber auch die Gefahr, die Verantwortung und die Unverantwortung.

Verkäuflich ist eine Ware am ehesten, wenn sie für den Käufer interessant, oder den Anschein des Einmaligen hat, wenn sie sensationell ist. Niemand kauft "alte Hüte"! Das Normale an einer Information ist nicht verkäuflich, ist nicht anzubringen. So wird oft eine einfache Information zum Sensationellen aufgeputscht, mehr oder weniger geringfügig verändert, verdaulicher gemacht, verbessert, verkaufbarer stilisiert.

Die Fülle der Nachrichten nimmt zu, das Vertrauen in die Wahrheit der Nachrichten, die uns angetragen werden, nimmt ab. In der Tat werden Menschen immer kritischer und skeptischer dafür, ob eine Nachricht der Wahrheit entsprich, ob das richtig ist, was sie verspricht. Skeptisch werden wir nicht nur angesichts der Fülle der Informationen und des Eindrucks unserer Überforderungen, unserer mangelnden Nachprüfbarkeit, sondern vor allem wegen der Form, wie sie uns angetragen wird, wie sie formuliert ist, und welche Glaubwürdigkeit der Autor dieser Nachricht hat. Die Frage nach der Wahrheit einer Nachricht wird uns zur Frage nach der Wahrhaftigkeit des Autors. Werden wir nicht immer zurückhaltender, Informanten zu vertrauen?

Werden wir nicht zunehmend misstrauischer hinsichtlich des Wahrheitsgehalts dessen, was man uns zuträgt. Aber es gilt auch das andere: sind wir nicht geneigt, Informationen von Menschen, denen wir vertrauen, unkritisch jedes Maß an Wahrheit zuzubilligen?

Es ist zu beobachten, dass in unserer Gesellschaft das Maß an Misstrauen zunimmt. Durch unrichtige und falsche Informationen fühlen sich Menschen in ihrem Vertrauen missbraucht, ausgenutzt, enttäuscht und verletzt. Sie sind verletzt auch durch die Selektion, also nicht nur durch das, was man ihnen sagt, sondern auch durch das, was man ihnen unterschlägt an Wahrheit und nicht sagt. Es wäre einmal zu prüfen, inwieweit Menschen sich verletzt fühlen durch die Selektion des "Guten in der Welt" zugunsten von Negativnachrichten! Wie kann eine Gesellschaft sich in ihrem Bewusstsein um menschliche und religiöse Werte positiv entwickeln, wenn positive Nachrichten unterschlagen werden, wenn Positives nicht mehr zum Thema wird? Auf diesem Hintergrund scheint mir die Frage nach der Bedeutung von Medjugorje und der Botschaften wie auch der Form ihrer Verbreitung und Publizierung bedenkenswert zu sein.

Vor genau einem Jahr, am 25. März 94, gab uns die Gospa eine Botschaft, die so wie ich sie verstehe, dieses Problem zutreffend beschreibt: "Liebe Kinder! Heute freue ich mich mit euch und lade euch ein, euch mir zu öffnen, um in meinen Händen ein Werkzeug für die Rettung der Welt zu werden. Ich wünsche, meine lieben Kinder, dass ihr alle, die ihr den Wohlgeruch der Heiligkeit durch diese Botschaften, die ich euch gebe, verspürt habt, diese in die Welt trägt, die nach Gott und Gottes Liebe hungert....".

Ja, wir sind nicht die Retter dieser Welt! Wir sind die Werkzeuge in ihren Händen. Die Welt liegt nicht in unseren Händen. Die Rettung der Welt liegt in ihren Händen. In ihrer Hand zu liegen als Werkzeug, das ist unser Teil bei dieser Aktion. Beschränkt sich nicht darauf auch schon unsere Wichtigkeit? Wir öffnen uns hin zu ihr, um Werkzeug zu sein, nicht um zu Rettern ausgebildet zu werden.

Ich finde in diesem Text keine Schelte an unsere Gesellschaft, keinen Vorwurf daran, dass diese unsere Gesellschaft das Negative dem Positiven vorzieht. Ich lese in dem Text nicht eine Schuldzuweisung an diejenigen, die Verantwortung tragen in der Nachrichtenverbreitung. Vielmehr spricht die Gospa von der Sehnsucht der Menschen nach dem Guten, von dem unbewussten Wunsch nach Heiligkeit der Menschen, vom Hunger der Menschen nach Gott und nach der Liebe Gottes, nach dem was Menschen nicht geben können. Die Gospa spricht nicht von negativen Anlagen im Menschen, sondern sieht das Positive, den einen Punkt bei dem Menschen, auf dem sich das Heil des Menschen aufbauen lässt, von dem Punkt aus der Mensch zur Fülle des Lebens und zu seiner Vollendung sich aufmachen kann. Und wie sollte ein Werkzeug anders handeln als die Hand, die dieses Werkzeug führt. Wie sollten wir anders, rechthaberischer, überheblicher, Schuld zuweisender rücksichtsloser und liebloser mit den Menschen umgehen, die von der Gospa geliebt sind, als es die Gospa es selbst vorlebt.

Bei einer Tagung für Priester in Paderborn hat der Wiener Pastoraltheologe Professor Paul Zulehner über Formen der Wieder-Evangelisierung von Menschen, die der Kirche den Rücken kehren bemerkt, man solle diesen Menschen nicht hinterher rennen und sie wieder einzufangen versuchen; denn je schneller wir ihnen hinterherliefen, um so schneller liefen sie uns davon. Daran finde ich sehr viel richtiges; denn wir müssen uns in unserem Eifer zurücknehmen und Gott selbst das Feld überlassen, der allein weiß, wie und wann die Berührung mit Gott für diesen Menschen geeignet erscheint. Unsere Aufgabe ist, die Menschen zu lieben, damit haben wir genug zu tun.

Bei meinen Filmarbeiten in Medjugorje konnte ich 1984 auch einen Besuch beim damaligen Bischof von Mostar, Pavao Zanic, machen, der unverhohlen seine Zweifel und seine Abneigung gegenüber in unserem Interview zum Ausdruck brachte. Schon damals habe ich mich gefragt, warum sich Gott in seiner weisen Voraussicht in Mostar nicht vor den Erscheinungen einen Bischof bestellt hat, der Ihm die Erscheinungen Mariens in Medjugorje leichter gemacht hätte. Und diese Frage könnte man nach menschlichen Überlegungen bis in die Gegenwart wiederholen. Wir denken menschlich! Und wir verstehen die Zusammenhänge nicht, warum Gott in seiner Freiheit uns auf diese Weise unserer Freiheit gewährt. Deswegen erfassen wir auch nicht die Gründe, warum es so ist, wie es ist, warum Manschen so sind, wie sie sind. Das spielt auch offensichtlich für den Heilsplan Gottes keine Rolle. Vielleicht hat die Vicka mit ihrer Erfahrung recht, wenn sie sagt, die Gospa liebt alle Menschen gleich, auch wenn wir sie nicht lieben. Auch das ist ein Geheimnis, das sich uns erst in einer anderen Wirklichkeit erschließen wird.

Unsere Aufgabe ist es, dem Ruf Mariens, der Gospa zu folgen. Uns von Ihren Botschaften berühren zu lassen. Warum sollte es anderen Menschen, die keine Erfahrung haben mit Medjugorje, darin anders ergehen als uns. Sie sollen sich vom Ruf der Gospa berühren lassen. Die Gospa ruft. Und wir müssen diesen Ruf der Gospa nicht damit ergänzen, dass wir uns anstrengen zu beweisen, dass die Gospa tatsächlich und unmissverständlich wirklich in Medjugorje erscheint. Trauen wir der Gospa nicht zu, dass sie rufen kann, auch diejenigen, von denen wir meinen, sie müssten unbedingt gerufen werden. Manchmal wird man den Eindruck nicht los, Medjugorje sei ein Revier, in dem man Jagdtrophäen erlangen kann. Könnten wir durch diese Haltung nicht auch Menschen zu Medjugorje den Zugang verbauen, in dem wir ihnen "unser Medjugorje" vermitteln wollen.

Das wirklich interessante für unsere Welt heute, die nach der Liebe Gottes hungert, ist die Botschaft, dass Gott Liebe ist, dass Er entgegen aller menschlichen Enttäuschungen und Verletzungen jeden einzelnen Menschen persönlich und ganz individuell liebt. Was uns Menschen fehlt, ist die konkrete Erfahrung dieses tief schlummernden Wissens. Es erscheint nicht notwendig, zu versuchen Medjugorje interessanter und garniert mit kleinen Sensationchen verdaulicher zu machen. Die Gefahr, in aller Unkenntnis, wo sich jener Punkt bei unserem Gegenüber, ich will nicht sagen Opfer, befindet, den Gott erwählt hat für seine Berührung, diesen Punkt zu treffen auch zu treffen, ist ziemlich gering. Würde es nicht genügen, einfach zu sagen und ohne Übertreibungen, wie Gott uns selbst berührt hat, wenn wir danach gefragt werden? Medjugorje wird dadurch weder besser noch attraktiver, wenn wir das Geschehen und die Botschaften mit eigenen Ideen garnieren. Medjugorje spricht aus sich und der Aufgabe, die die Gospa der Pfarrei übertragen hat. Die Resolution vom vergangenen Jahr drückt das auch aus: Dem Phänomen Medjugorje braucht nichts ergänzt, korrigiert oder hinzugefügt werden. Medjugorje ist authentisch. Diese Authentizität garantiert die Nähe zur Gospa.

Bei journalistischen Tätigkeiten besteht immer die Gefahr, die Glaubwürdigkeit des Autors dadurch betonen zu müssen, dass man den Eindruck erweckt, über besonders wichtige und ausschließliche Informationen zu verfügen, die andere nicht haben, oder auch einen besonderen Draht zu den Quellen dieser Information zu haben, damit die Nachricht auch ankommt und angenommen wird. Exklusivität ist in dem Geschäft mit Nachrichten ein besonders wirkungsvolles Mittel, sich selbst als Person interessant zu machen. Diese vorgegebene Nähe zur Quelle ist oft Selbstbetrug und meist Zeichen für eine verstellte, manipulierte und mitunter sogar falsche Information, die sich noch deswegen schneller verbreitet, weil man dem Informanten mehr Vertrauen schenkt. Wahrheit und Unwahrheit sind unabhängig von der Nähe zur Quelle. Dies dient dem persönlichen Vorteil des Informanten und hat nichts damit zu tun, Werkzeug in den Händen Gottes zu sein, sonder eher dazu führen, Opfer seines unkontrollierten Jagdfiebers zu werden.

Auf noch eine Gefahr in der Öffentlichkeitsarbeit möchte ich aufmerksam machen. Es ist leider eine Erfahrungstatsache, dass sich Falschinformationen schneller verbreiten als richtige Informationen. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass der Mensch für das Ungewöhnliche empfänglicher ist als für das Normale. Allen, Journalisten wie anderen, die im Bereich der Verbreitung von Nachrichten tätig sind, lastet dabei eine große Verantwortung auf. Deswegen möchte ich empfehlen, dass die verschiedenen Medjugorje-Zentren in der Welt darum bemüht sein sollten, Journalisten zu gewinnen oder auszubilden, die fachlich ausreichend qualifiziert sind, die das journalistische Handwerk beherrschen. Die Verbreitung des Glaubens und der Botschaften erscheint mir mindestens ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als die Verbreitung anderer Nachrichten, die in der Regel von sehr qualifizierten Fachleuten verantwortet wird.

Abschließend möchte ich noch einmal auf die Botschaft vom 25. März 94 zurückkommen. "Ich wünsche, meine lieben Kinder, " heißt es dort, "dass ihr alle, die ihr den Wohlgeruch der Heiligkeit durch diese Botschaften, die ich euch gebe, verspürt habt, diese in die Welt tragt, die nach Gott und Gottes Liebe hungert." "Alle" heißt es dort. Die Gospa spricht von allen und meint alle, denen die Botschaften zugänglich geworden sind und darin ihre Verantwortung erkannt haben. Nun sind ja nicht alle direkt mit Öffentlichkeitsaufgaben betraut. Aber alle sind Öffentlichkeit. Und viele Menschen in unserer Umgebung werden uns prüfend beobachten, ob dieses Medjugorje etwas ist, womit sie sich selbst befassen sollten. Um so mehr sollten wir uns diesen Gedanken, Werkzeug zu sein, zu eigen machen und bescheiden die Hände, die das Werkzeug führen, durchscheinen lassen. Das Werkzeug darf nicht die Sicht auf die Hände verstellen. Das dürfte auch hinsichtlich der Spiritualität von Medjugorje dienlich sein. Wir verantworten deswegen auch die Transparenz zur Spiritualität von Medjugorje. Durch die Erscheinungen und die Botschaften in Medjugorje spricht Gott heute in moderner, zeitgemäßer Weise in unsere Zeit, eine Zeit mit sehr vielen Gefahren für die Menschheit, mit unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten der Kirche, mit kaum lösbarem Unfrieden zwischen Völkern. Die Gospa spricht von der notwendigen und von Gott beabsichtigten "Rettung der Welt". Das ist keine Apokalypse. Das ist doch Aufruf zum Neubeginn, zur Erneuerung der Welt. Im Sinne einer Spiritualität der Erneuerung unserer Zeit, nicht der Restaurierung alter Zeiten, sollten wir bemüht sein, das Phänomen Medjugorje von anderen Erscheinungsphänomenen zu unterscheiden und nicht zu vermischen. Dafür Sorge zu tragen, dass sich eine authentische Spiritualität von Medjugorje weiter entwickeln kann, dass die Botschaften von Medjugorje zum Tragen kommen und nicht allgemeine Wünsche, die wir gern mit Medjugorje verbinden möchten, dafür tragen wir, alle Menschen der "Öffentlichkeit" Verantwortung. Zu einem Zeitpunkt, bei dem das Phänomen Medjugorje nicht einmal abgeschlossen ist, erscheint es wenig sinnvoll, die Aussagen der Botschaften in eine allgemeine weltweite kirchliche Heilstheologie einzubinden. Die Gospa hat diesen Platz ausgesucht, um zu sagen, was sie dort sagt. Sie hätte es auch anders gekonnt. Sie hat dieses Medjugorje, so wie es ist, erwählt. Das sollten wir sehr ernst nehmen.

Was in dieser Botschaft zum Ausdruck kommt, ist: Gott will für ein neues Zeitalter und für eine neue Kirche erneuerte Menschen. Medjugorje ist, so glaube ich fest, keine bloße kosmetische Korrektur einer sich an verschiedenen Stellen auf dem Holzweg befindlichen Kirche oder Welt. Mehrfach ist in den Botschaften davon die Sprache, dass der Mensch zur Fülle des Lebens in Gott berufen sei. Die Kirche wird ein neues Gesicht und eine neue Gestalt bekommen. Wir sind gerufen, daran als Werkzeug mitzuwirken, die Art unserer journalistischen Arbeit und der darin implizierten Gepflogenheiten, Gewohnheiten und Gesetzmäßigkeiten neu überdenken und ändern. Die Würde der Nachrichtenempfänger neu entdecken und aus Achtung und Liebe zu ihnen wahrhaftige Nachrichten übermitteln, die ihre Persönlichkeiten aufbauen und ein Stück Berührung mit Gott ermöglichen. Nachrichten, die den Hunger nach Gott und Gottes Liebe entfachen und zu stillen vermögen. Wo sollen sich Journalisten entwickeln, die sich dieser Verantwortung stellen, wenn nicht dort, wo der Wohlgeruch der Heiligkeit zu atmen ist?

Hans Schotte, 1995

Hans Schotte, geboren 1944. Nach dem Abitur am Bischöflichen Abendgymnasium in Essen studiert er Theologie, Philosophie und Pädagogik sowie Medienpädagogik an der Universität in Bonn. Nach mehrjähriger journalistischer Tätigkeit und Ausübung seiner Pflichten als Direktor des Zeitungsbüros des Bistums Augsburg, arbeitet er als Journalist für das Internationale Katholische Missionswerk MISSIO in München. Seit 1963 ist er im Bistum Augsburg tätig als Medienpädagoge und Filmkritiker. Aufgrund während zahlreicher Reisen durch Asien, Afrika und Südamerika gemachten Erfahrungen regierte und publizierte er etwa 40 Dokumentarfilme für das Fernsehen wie auch als Hilfe für kirchliche pädagogische Arbeit, zwischen denen auch zwei Fernsehprojekte über Medjugorje als Pilgerort zu finden sind.

 

Images courtesy: © Information Centre "Mir" Medjugorje ( www.medjugorje.hr ^ )

 


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