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In der Stille hört man den Himmel

Date: 26. März 2007
Category: Gedanken

Wir befinden uns in einer Zeitspanne, in der uns die Kirche einlädt, einen besonderen Ort zu bewohnen, die Wüste der Fastenzeit. In dieser Zeit sind wir eingeladen, Ostern in der rechten, inneren Einstellung zu leben: Vom Überflüssigen entleert und der Anwesenheit Gottes offen, das nach dem Abenteuer des Kreuzes im Osterfest, vollkommenes Licht, Auferstehung, Herrlichkeit, gipfelt. Die Fastenzeit ladet uns ein, das Ziel zu erreichen. Um diesen Weg zu begehen, muss man jene Werkzeuge verwenden, die unsere Vorbereitung angesichts der Belohnung wirksamer gestaltet. Eines der am meisten empfohlenen Mittel ist das Fasten,

d.h. der Verzicht auf das, was uns lieb, gut, aber das im Grunde genommen für unser Leben nicht nötig ist.

Die Madonna hat uns in Medjugorje mit Nachdruck an den Wert des Fastens an Nahrung erinnert, dem die Macht verliehen ist „auch Kriege zu verhindern“, wie Maria in ihren Botschaften erklärt. Es gibt jedoch viele Formen des Fastens, die wir nicht immer als wichtig einstufen und so die Wirkung vereiteln. Wir schlagen euch daherkurze Überlegungen aus den Texten des Mönchs Divo Barsotti vor, über eine Art von grundlegendem Fasten, für jenen, der in sich die Stimme des Himmels hören möchte: DIE STILLE.

Die Stille: Theologischer Ort der Begegnung mit Gott

„Sie ist die Eintrittspforte zu Gott. Übt man nicht die Stille, die innere Wüste, ist es schwer, oftmals unmöglich Gott zu hören: Gott ruft in dieser Wüste, in dieser Einsamkeit die Seele, die Ihm folgen will: <Ich werde dich in der Einsamkeit führen und dort an dein Herz sprechen>. Wenn der Mensch das Wort Gottes hören will, muss er sich in die Stille zurück ziehen und ins Dunkel eintauchen. Er muss sich von der Welt entfernen. Viel zu fein ist das Säuseln Gottes!“

Von der äußeren zur inneren Stille

„In einer Welt, in der der rasende Rhythmus, die ungebremste Betriebsamkeit, die Vielfalt der Bilder im Fernsehen und Internet unser Hirn bestürmen, wird die Suche nach regelmäßigen, täglichen Räumen der Stille wesentlich. Es ist nötig, alles mit Einfachheit, Ruhe, ohne Angst zu tun und vor allem das sich Sammeln pflegen. Gott vollbringt die größten Werke in Stille: In der ewigen Stille erschafft der Vater Himmel und Erde; in der Nacht, abseits der Stadt, wird Jesus geboren; im Verborgenen und in der Stille des Hauses von Nazaret bereitet Jesus seine Mission vor; in der Einsamkeit der Nacht entfernt sich Jesus von allen um zu beten; in der finsteren Stille des Grabes Christi keimt die Freude der Auferstehung!“

Die vereinende Stille

„Die Vielfalt ist nicht außerhalb, sondern innerhalb von uns: Vielfalt der Gedanken, der Zuneigung, der Gefühle, der Beschäftigungen und Interessen. All das ist für die Seele Zerstreuung und macht es ihr unmöglich zu Gott zu gelangen. Ist der Gedanke des Menschen nicht nach Gott ausgerichtet, bleibt der Mensch zerstreut. Unsere Gedanken sind zerstreut infolge der verschiedenen Nachrichten, die wir hören. Wir wollen über die Zeitung, das Radio, dem Fernsehen erfahren... Man denkt an eine Sache, an eine andere, es entsteht in unserem inneren Leben kein Mittelpunkt und unsere intellektuelle Tätigkeit hat kein Ziel. Was wäre nötig? Sicher das Gebet; durch das Gebet kann man sich sammeln. Wer die Anbetung gewohnt ist, sieht nichts anderes als alles im Licht Gottes, während viele (auch Männer der Kirche) die Dinge im Licht des Erfolgs und Leistungsfähigkeit sehen“.

Drei Arten von Stille

„Die geistlichen Väter sprechen von drei Arten von Stille als Voraussetzung der Gemeinschaft mit Gott: Um sich, von sich, in sich. Stille um sich: Stille vor übertriebener und unnützer Geschäftigkeit; die Stille von nutzlosen Gesprächen und mondänen Besuchen, die nicht auf eine Pflicht der Liebe aufgebaut sind. Die äußere Stille gibt dem Leib und der Seele jene Ruhe zurück, die nötig ist, um die innere Stille wieder zu gewinnen.

Stille von sich: Stille, die uns den Augen anderer verbirgt und lässt uns unbemerkt im täglichen Leben vorüber gehen; es ist die Stille, die unsere Schmerzen, unsere Sorgen, unsere Hoffnung geheimnisvoll verhüllt, bis man es lieb hat, dass kein Blick sich auf uns richtet, dass kein Wort des Lobes oder Mitleids uns tröste.

Stille in sich: Stille des kritischen Geistes und der Reizbarkeit des Herzens, der Nöte des leidenden Körpers. Es geht um die Stilllegung des inneren Lärms: Das Durcheinander der Gedanken, das Wirrwarr der Wünsche, Unruhe und Ängste des Geistes“.

Wort und Stille

„Sprechen ist ein großes Ding. Im allgemeinen verbergen unsere Worte uns den anderen, anstatt uns selbst mitzuteilen; statt uns in Anspruch zu nehmen, bringen sie uns auf eine Ebene der Oberflächlichkeit, der inneren Zerstreuung! Unser Wort muss wirklich Wort sein, es muss uns ausdrücken, es sei Offenlegung des innersten Geheimnisses unseres Seins. In jedem Wort müssen wir uns völlig schenken. Deswegen müssen unsere Worte wenige sein, um effektiv wirkungsvoll zu sein.

Man muss noch weiter gehen: Das Wort darf nicht nur uns selbst ausdrücken, sondern Christus. Wir beanspruchen nicht, Gott weiter zu geben, wenn wir ins Blaue hinein von unserem Herrn plaudern: Wenn wir uns nicht wirklich und gründlich einsetzen, schenken wir weder Gott noch uns selbst. Das Wort, das Gott schenkt, muss von einem so tiefen Abgrund aufsteigen, der tiefer ist, als das Wort, das dein Sein schenkt. Gott reicht tie-fer in unser Inneres, als wir selbst. Bitten wir den Herrn für diese Gnade: Dass wir sprechen lernen! Es geht nicht darum, Reden zu halten: Es gibt schon so viele davon, sondern die einfachste, wesentliche Ausdrucksweise zu wählen, und mittels jeden Wortes an die Seelen Gott überbringen“.

Stille und Mäßigkeit

„Stille soll schließlich Fasten heißen, eine Vernichtung des Überflüssigen. Nicht zu viele Dinge vollbringen: Alles richte sich nach Mäßigkeit, Einfachheit der Gesten, des Lebens aus. In der Tat, die äußere Stille betrifft nicht nur das Wort, sondern auch die Geste, denn man kann mit den Augen sprechen, mit einem Lächeln, mit den Händen, mit Bewegungen. Dieses Fasten der Seele, auch hinsichtlich menschlicher Beziehungen, dieses Eintauchen in die Stille, verarmt die Seele nicht, im Gegenteil lässt sie reicher erscheinen, da sie sich mit Gott vereint“.

 

Source: Echo of Mary ( www.ecodimaria.net ^ )

 


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